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Nordsee: Mehr Tagestouristen bleiben der Küste fern – „Leider haben wir es nicht geschafft“

Nordsee: Strandservice Badekarren am Strand von Wangerooge. Foto: IMAGO / blickwinkel

Die niedersächsischen Urlaubsregionen sind mit der Sommerferiensaison größtenteils zufrieden. Neue Spitzenwerte erreichte die Branche zwischen Nordsee-Küste und Harz allerdings nicht, wie es heißt. Und das hat auch einen Grund.

Denn Probleme hatten vor allem Betriebe an der Nordsee und im Binnenland, die auf Tagesgäste angewiesen sind – die kamen nämlich nicht. Die niedersächsischen Sommerferien gingen am Mittwoch zu Ende.

Nordsee: Mit Buchungen zufrieden, aber…

Die Urlaubsregionen auf den Inseln und an der Küste sind mit den Buchungen für die aktuelle Saison zufrieden. „Die Buchungszahlen des Rekordjahres 2019 werden wir diesen Sommer nicht erreichen“, sagte etwa der Geschäftsführer der Ostfriesischen Inseln GmbH, Göran Sell.

Grundsätzlich zufriedenstellend sei die Zeit gewesen, in der Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gleichzeitig Ferien hatten.

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Die weiteren Buchungen lagen demnach deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Auch die Jahre 2020 und 2021 seien besser gewesen, sagte Rieka Beewen von der Gemeinde- und Kurverwaltung Wangerooge.

Nordsee: Strandservice Badekarren am Strand von Wangerooge. Foto: IMAGO / blickwinkel

Hinter den Erwartungen sei vor allem das Ausflugsgeschäft mit Tagesgästen zurückgeblieben, sagte die Sprecherin der Reederei AG EMS, die die Insel Borkum mit dem Festland verbindet. „Leider haben wir es nicht geschafft, die neuen Urlaubsgäste der letzten Jahre zu halten, da viele wieder in günstigere Urlaubsgebiete mit Sonnengarantie abgewandert sind.“

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Den zunehmenden Preisdruck würden vermutlich günstigere Unterkünfte und die Gastronomie zu spüren bekommen. „Im Vier-Sterne-Niveau haben wir eine sehr gute Buchungslage.“


Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

So lief es im Harz

Im Mittelgebirge sind die Touristiker zufrieden mit den Buchungen während der niedersächsischen Sommerferien. „Im Juni hat uns die Buchungslage noch Sorgen bereitet, doch dann gab es sehr viele kurzfristige Buchungen“, berichtete die Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes (HTV), Carola Schmidt.

„Angesichts von Waldbränden und Wasserknappheit in Südeuropa sowie Chaos an den Flughäfen sind einige Menschen, die sonst Last-Minute geflogen wären, doch in Deutschland geblieben.“

Die Buchungen hätten ungefähr auf dem Niveau des guten Vor-Corona-Jahres 2019 gelegen. An 2021 seien die Zahlen nicht ganz herangekommen, als viele in Deutschland Urlaub gemacht hatten. Angesichts der Rückkehr kostenfreier Veranstaltungen wie Ortsfeste hätten Bezahlangebote für Tagestouristen – zum Beispiel der Baumwipfelpfad – Nachfragerückgänge verzeichnet.

Die Unsicherheit mit Blick auf den Herbst und Winter sei indes groß. „Die Kosten steigen, aber wir können sie auch nicht einfach komplett an die Gäste weitergeben“, sagte Schmidt.

Zudem sei angesichts der möglichen Energiekrise nicht klar, ob Wellnessangebote wie Saunen öffnen oder Skipisten beschneit werden könnten – und Corona gebe es auch noch. „Die Vorbereitungen sind wie ein Blick in die Glaskugel.“


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Lüneburger Heide: „Wir sind Happy“

Eine komplett ausgebuchte Ferienzeit melden die Hoteliers in der Heide. Nicht alle konnten der Umfrage zufolge zu Hundert Prozent Gäste aufnehmen, weil einigen Hotels Personal fehlt. Deswegen würden nicht die Zahlen aus der Vor-Corona-Zeit erreicht.

Die Ellendorfer Wachholderheide in der Lüneburger Heide. Foto: IMAGO / Sämmer

Bis Mitte September dauert die Heideblüte – und damit auch die Saison. An letzten Wochenende war mit den Dorffesten besonders viel los. „Wir sind happy und freuen uns auf einen Wander-Herbst mit einem hoffentlich schönen Indian Summer“, sagte Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH.

Die Herbstferien seien schon gut gebucht, sogar für November gebe es Anfragen. Einziger Wermutstropfen sei das fehlende Wasser, das auch den Heidepflanzen zu schaffen macht. Im Naturschutzgebiet darf allerdings nicht künstlich bewässert werden.