Ostfriesland: Dieser Ort ist einzigartig und muss dafür einen hohen Preis zahlen

Mühlen und Klappbrücken sind charakteristisch für die Fehnlanschaft.
Mühlen und Klappbrücken sind charakteristisch für die Fehnlanschaft.
Foto: imago images/Shotshop

Ein Kanal zieht sich durch die Landschaft in Ostfriesland. Klappbrücken verbinden die Ufer miteinander, an denen Mühlen und alte Traditionshäuschen stehen. Das Fehntjer Land ist eine einzigartige Region in Deutschland.

Im 17. Jahrhundert begann man, dort Torf abzubauen. Um das Moor trockenzulegen, bauten die Bewohner damals den Kanal. Heute zieht die Fehnlandschaft in Ostfriesland zahlreiche Touristen an. Die Bewohner hingegen stehen vor vielen Herausforderungen.

Ostfriesland: „Eine Herkules-Aufgabe“

Sie legen großen Wert darauf, die Region und ihre Kultur zu erhalten. Doch das hat einen hohen Preis. Mehr als 20.000 Euro gibt die Gemeinde Großefehn jährlich für die Landschaft aus.

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„Für uns eine Herkules-Aufgabe“, sagt Bürgermeister Olaf Meinen in der „Nordstory“ des NDR. Die Mühlen müssen Instand gehalten, Klappbrücken gestrichen und teilweise neu gebaut, Kanäle gemäht werden.

„Es ist uns schon wichtig das zu machen, weil es ist unsere Geschichte“, erklärt Meinen. Doch das ist nicht das einzige Problem, mit dem die Region zu kämpfen hat. Im Zentrum von Großefehn haben sich große Supermarkt-Ketten angesiedelt.

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Das ist Ostfriesland:

  • Region im äußersten Nordwesten von Deutschland
  • Sie besteht aus den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund sowie der kreisfreien Stadt Emden
  • Die ostfriesischen Inseln sind Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge
  • Etwa 467.289 Menschen leben hier (Stand: Dezember 2019)

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Die kleinen Tante-Emma-Läden, von denen es früher entlang des Kanals jede Menge gegeben hat, haben inzwischen dicht gemacht. Nur der „Dorfladen Mitte“, ein Sozialprojekt eines Jugendhilfeeinrichtung, hält dem Trend entgegen.

Junge Leute verlassen Region in Ostfriesland

Eigentlich hatte der Laden bereits vor zehn Jahren seine Türen geschlossen. „Das war ein alteingesessener Laden“ erinnert sich der heutige Betreiber Jan Kuhlmann. „Gerade für die ältere Bevölkerung war es schwierig, einkaufen zu gehen und an Waren zu gelangen“, erzählt er.

Alte Menschen, von denen gibt es in Großefehn jede Menge. Junge Leute hingegen ziehen weg und verlassen die ländliche Region. Umso stärker setzt sich die ältere Generation für den Erhalt der Fehnlandschaft ein.

Das zeigt sich auch auf dem vier Meter breiten Kanal: Rund 15 Männer arbeiten am Torfschiff „Frauke“, ein Stück Geschichte, dass sich die Gemeinde vor 23 Jahren gekauft hat. Einmal jährlich versammeln sich Freizeitkapitäne, um ihre Boote zu Wasser lassen.

Bewohner in Ostfriesland kämpfen für Region

„Natürlich wollen wir den Fehnkanal schiffbar erhalten“, sagt einer von ihnen in der NDR-„Nordstory“. Ebenso wie der Kanal gehören die traditionellen Fehnhäuser zum Landschaftsbild.

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Doch auch diese zu restaurieren ist keine leichte Aufgabe. Deshalb bauen die meisten Einwohner lieber neu. Ein Fehnhaus zu renovieren kostet viel Geld und fordert die Beschaffung vieler seltener Baustoffe.

Trotzdem nehmen sich manche Einwohner der Herausforderungen an. Die Menschen sind stolz auf ihre Heimat und kämpfen weiterhin für diese einmalige Landschaft. Die komplette „Nordstory“ kannst du dir >>> hier in der NDR-Mediathek anschauen. (lh)