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Ostsee: Expertin packt aus – darum liefert die Urlaubs-Region so viele Vorlagen für Morde

Ostsee: Wer Krimis liebt, und zumindest imaginären Reisen an die deutsche Küste nicht abgeneigt ist, hatte sicher schonmal ein Buch von Eva Almstädt in der der Hand.

Im Interview mit MOIN.DE verrät die unermüdliche Bestseller-Autorin, warum ihr die spannendsten Geschichten an ruhigen Urlaubs-Orten an der Ostsee begegnen, weshalb sie glaubt ,“Wikinger-Gene“ zu haben und wie sie über eine Ende der erfolgreichen Pia-Korittki-Reihe denkt.

Blutige Geschichten von der Ostsee

MOIN.DE: Frau Almstädt, was hat Sie zur Pia Korritki-Reihe inspiriert?

Eva Almstädt: Das war mein damaliger Wohnort auf einem Resthof in der Holsteinischen Schweiz. Ich fand das Dorfleben ungewohnt und spannend und wollte eine Geschichte erzählen, ganz in der Tradition britischer Kriminalromane, nur eben in Norddeutschland spielend.


5 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst

Wie nähern Sie sich ihren Plots, wo begegnen Ihnen Geschichten?

Ich habe zwei wertvolle Ideengeber: Das eine sind die Orte in Schleswig-Holstein. Viele haben eine Geschichte zu erzählen, wie zum Beispiel das ehemalige Mädchenerziehungsheim in Selent in „Ostseeblut“ (>>> hier mehr dazu).

Die zweite Quelle von Ideen sind Familie, Freunde und Bekannte, die mir von ihren Erlebnissen berichten. Das hat meistens gar nichts mit Verbrechen zu tun, ist aber oft so spannend oder skurril, dass es der Anlass für eine Figur oder eine Krimihandlung ist.

Eva Almstädt
Erfinderin und Autorin der „Pia Korittki“-Reihe, Eva Almstädt lässt ihre Krimis gerne an der Ostsee spielen. Foto: Matthias Soyka

Ihr persönlicher Bezug zur Ostsee?

Ich habe viele Kindheitserinnerungen an sonnige oder auch stürmische Ferientage an der Ostsee. Die Ostsee ist das Meer, das mir auch geographisch am nächsten liegt. Aber im Grunde liebe ich es überall, am Meer zu sein. Das sind vielleicht irgendwelche Wikinger-Gene?

Ihr Lieblingsort an der Ostsee?

Es gibt viele tolle Orte, aber wenn ich einen hervorheben soll, ist es der Hafen Lippe und der ursprüngliche Strand, der sich von dort in Richtung Behrensdorf zieht.


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Wieviel von Ihnen persönlich steckt in der Figur Pia Korritki?

Im Laufe der Jahre ist sie mir schon ans Herz gewachsen. Aber es steckt nicht viel mehr von mir in ihr als in den anderen Hauptfiguren meiner Krimis. Da ich aus verschiedenen Perspektiven erzähle, muss ich mich beim Schreiben in die unterschiedlichsten Charaktere hineinversetzen. Oft auch in den Mörder oder die Mörderin.

Bücher Ostsee
Eva Almstädt schreibt viel – und will von einem Serien-Ende für Pia Korittki nichts wissen. (Symbolbild) Foto: Lübbe / picture alliance / PantherMedia | Andreas Berheide

Haben Sie das Serienende vor Augen?

Über das Ende der Serie habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. So lange es mir und den Lesern gefällt, wird Pia weiterermitteln. Ich plane ihre persönliche Entwicklung nur von Band zu Band, kann aber verraten, dass Pia in „Ostseekreuz“ in einer recht ungewöhnlichen Lebenssituation ermittelt. 

Wenn Sie die Möglichkeit hätten: Würden Sie gerne einmal selbst in einem Kriminalfall ermitteln?

Da bevorzuge ich ein Krimidinner oder noch besser ein romantisches Mystery-Weekend in England, wie ich es mit der „Agentur Blutspur“ in Rye miterleben durfte. Und Anfang November geht es auf „Crime Cruise“.

Wenn Sie Pia Korritki einmal treffen könnten: Was würden Sie ihr mit auf den Weg geben und was würden Sie beide unternehmen?

Sie muss aufpassen, dass sie sich von ihrer Vergangenheit nicht die Zukunft verbauen lässt.

Wenn das möglich wäre, würden wir zusammen einen ausgiebigen Kneipenbummel durch Lübeck machen!