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Ostsee-Treffen: Annalena Baerbock gibt sich erschüttert – „Traurig“

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Annalena Baerbock (ganz in beige) an der Ostsee. Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich beim Außenminister-Treffen an der Ostsee erschüttert über die Gewalt bei der Beerdigung einer getöteten Reporterin des TV-Senders Al-Dschasira in Jerusalem gezeigt.

Es sei traurig, „dass die Trauerfeier nicht in Frieden und in Würde stattfinden konnte. Ehrlich gesagt, persönlich gesagt, ich bin darüber zutiefst erschüttert“, sagte Baerbock am Samstag auf eine Reporterfrage bei einer Pressekonferenz zum Abschluss eines G7-Treffens nahe dem Weißenhäuser Strand an der Ostsee.

Ostsee-Treffen: Das war in Israel passiert

Die am Mittwoch im Westjordanland erschossene Journalistin war am Freitag auf einem christlich-orthodoxen Friedhof neben der Altstadt Jerusalems beigesetzt worden. Al-Dschasira beschuldigt israelische Sicherheitskräfte, die 51-Jährige vorsätzlich getötet zu haben. Tausende Menschen kamen zu der Beerdigung. Während der Prozession kam es zu den Konfrontationen.

Im Internet kursierende und von TV-Sendern ausgestrahlte Bilder schienen israelische Sicherheitskräfte zu zeigen, die bei der Beerdigung unter anderem auf Menschen einprügeln, die einen Sarg tragen. Die Polizei sprach dagegen von Hunderten gewalttätigen Demonstranten, die unter anderem mit Steinwürfen für Unruhen gesorgt hätten.

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„Ich bin zutiefst erschüttert über den Tod von Schirin Abu Akle“, sagte Baerbock. Demokratien seien „darauf angewiesen, dass mutige Journalistinnen und Journalisten die Wahrheit berichten können und zwar in Sicherheit“. Sie dürften „niemals Zielscheibe für Gewalt werden, um ihre wichtige Arbeit leisten zu können“. Es sei ihr wichtig, dass der Tod der Journalistin transparent aufgeklärt werde. Baerbock sagte, sie habe die Hintergründe der Vorfälle beim G7-Treffen nicht im Detail verfolgen können. „Aber wir sind darüber natürlich in ganz, ganz engem Austausch“, fügte sie an.

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Was wurde noch an der Ostsee besprochen?

Auch andere Themen standen an der Ostsee natürlich noch auf der Agenda: Die Gruppe der führenden demokratischen Industrienationen (G7) prüft Alternativen zum Schiffstransport von Getreide aus der Ukraine, um die russische Blockade in diesem Bereich zu brechen. Nachdem es beim Schienentransport über Rumänien wegen der unterschiedlichen Spurbreite der Bahnen Probleme gebe, prüfe man etwa die Ausfuhr über die baltischen Häfen, sagte Baerbock.

Aber auch beim Weg über das Baltikum müssten zunächst die Voraussetzungen geklärt werden, wie die dortigen Häfen erreicht werden könnten.

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Normalerweise könnten fünf bis sechs Millionen Tonnen Getreide pro Monat von der Ukraine ausgeliefert werden, sagte Baerbock. Dies könne aber nur über den Seeweg erreicht werden. Bei einer Lieferung über die Schiene sei klar, dass man deutlich weniger Getreide bekomme. Aber es gelte: „Jede Tonne, die raus geliefert wird, kann ein bisschen helfen, diese Hungerkrise in den Griff zu bekommen.“

Bisher werde ein Bruchteil per Bahn vor allem über Rumänien exportiert. Der „Flaschenhals“ sei, dass die Ukraine und Rumänien unterschiedliche Spurbreiten bei den Bahnen hätten. Dadurch werde viel Zeit verloren. Eine perfekte Lösung werde es nicht geben, solange die Bombardierung der Ukraine durch Russland weitergehe, sagte Baerbock. In den ukrainischen Häfen lagerten 25 Millionen Tonnen Getreide. „Das ist das Getreide, das die Welt so dringend braucht.“

Ostsee-Treffen: Kein Verständnis für Erdogan

Baerbock hat sich außerdem irritiert über Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem möglichen Nato-Beitritt von Finnland und Schweden geäußert. Eigentlich sollte jedes demokratische Land darüber erfreut sein, dass Demokratien mit starken Verteidigungsfähigkeiten das gemeinsame Bündnis stärker machen würden, sagte die Grünen-Politikerin. Sie würde den Beitritt Finnlands und Schwedens „sehr, sehr unterstützen“.

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Baerbock betonte, dass nicht die Nato Finnland und Schweden zum Beitritt dränge, sondern das Agieren des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die beiden Länder seien gefestigte Demokratien, die seit Jahrzehnten mit all ihren Nachbarn in Frieden lebten.

Um den möglichen Nato-Beitritt der beiden nordischen Länder sollte es ab dem späten Samstagnachmittag bei einem Treffen der Außenminister der Nato-Staaten in Berlin gehen. Erdogan hatte sich zu dem Thema am Freitag überraschend ablehnend geäußert. „Derzeit beobachten wir die Entwicklungen bezüglich Schwedens und Finnlands, aber wir haben keine positive Meinung dazu“, sagte er. (dpa)