Ostsee: Problem im Meer! „Natürlich sind wir alle in der Verantwortung“

In der Ostsee gibt es ein Problem, das Tierschützer kritisieren.
In der Ostsee gibt es ein Problem, das Tierschützer kritisieren.
Foto: IMAGO / robertkalb photographien

Bei Hering denken Ostsee-Liebhaber an Fischbrötchen und Matjes. Daher ist es nicht verwunderlich, dass schon Anfang Dezember der „Deutsche Angelfischerverband“ in Abstimmung mit dem „Bundesamt für Naturschutz“ und dem „Verband Deutscher Sporttaucher“ diese Auszeichnung verteilt haben: „Fisch des Jahres 2021“ ist der Hering.

Mit der Auszeichnung erhält der Fisch mehr Aufmerksamkeit. Die hat er auch nötig. Tierschützer kritisieren aktuell die sinkenden Zahlen der Heringspopulationen in der Ostsee.

Ostsee: Tierschützer warnen für sinkenden Beständen

Zum Start der neuen Fangsaison versucht die Tierschutzorganisation „Peta“ auf die Bedrohung der Überfischung aufmerksam zu machen und fordert deshalb ein Fangverbot und eine Einrichtung „von dauerhaften und fangfreien Schutzgebieten“.

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In einer Pressemitteilung auf ihrer Homepage und in Beiträgen auf den sozialen Netzwerken berichtet die Organisation von dem Problem. So würden Wissenschaftlicher schon seit Jahren vor immer weiter sinkenden Heringspopulationen warnen.

Das „Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung“ in Kiel sprach bereits 2020 von „erschreckenden und alarmierenden“ Zuständen. Die Heringpopulation schrumpfe aufgrund der Tatsache, dass durch die jahrzehntelange Überfischung die Bestände so klein seien, dass die geringe Anzahl der Heringe in der Laichzeit nicht mal das gesamte Gebiet mit Eiern versorgen könne. Das ist aber nicht alles.

Ostsee: Nicht nur der Klimawandel ist schuld

„Als wahrscheinliche Ursache für die bedrohte Heringspopulation wird derzeit auch der Klimawandel genannt, weil die Jungtiere früher schlüpfen und zu der Zeit noch nicht ausreichend Nahrung vorhanden ist“, sagt Meeresbiologin Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei „Peta“.

„Natürlich sind wir alle in der Verantwortung, dieser Problematik entgegenzutreten, etwa mit einer umweltschonenden veganen Ernährung. Aber alleine auf das Klima zu schimpfen, ist keine Lösung für die akut gefährdeten Tiere – statt die Ostsee weiter leer zu fischen, müssen zwingend die Fischerei beendet sowie dauerhafte Schutzgebiete für Elterntiere und den Nachwuchs eingerichtet werden“, sagt die Meeresbiologin weiter.

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Das Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock beschäftigt sich nicht nur im Rahmen des „Fisch des Jahres“ mit dem Hering, sondern beobachtet in den letzten Jahren die Bestände.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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2020 soll beim Herings-Nachwuchs in der westlichen Ostsee das schlechteste Jahr seit 30 Jahren gewesen sein.

Ostsee: Das Thünen-Institut informiert über die Heringbestände

Darauf reagierte auch die EU. Wegen der sinkenden Heringspopulationen sind die erlaubten Fangmengen immer weiter reduziert worden.

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Nach Angaben des Instituts seit 2017 um 94 Prozent. Damit lohnen sich für viele Fischer die Ausfahrten kaum noch und sie geben den Beruf auf. In einer Multimedia-Reportage erklärt das Thünen-Institut übrigens ganz genau warum der Hering in der westlichen Ostsee der Nachwuchs ausgeht. >>> Hier kannst du mehr über den Hering lernen.

(dpa/ pag)