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Ostsee-Anwohner enttäuscht von Umbaumaßnahme – „Durchdacht ist das nicht“

Heiligenhafen Ostsee
In Heiligenhafen an der Ostsee sorgt eine bauliche Neuerung für Unmut (Symbolbild). Foto: picture alliance / rtn - radio tele nord | rtn, juergen kreye

Was in der Ostsee-Gemeinde Heiligenhafen passiert ist, lässt viele Anwohner enttäuscht zurück. Dabei hätte man meinen sollten, mit einem Umbau werde alles besser.

Konkret geht es um die Treppenstufen am Sackenkamp. Wie diese nach den Bauarbeiten aussehen, können gleich mehrere Einwohner des Ostsee-Ortes kaum fassen.

Ostsee: Viel Wirbel um eine Treppe!

Insgesamt teilt sie fünf Fotos. Zwei zeigen die alte Treppe, drei die neue. „Die ersten haben noch eine Buggyrampe, die die letzten Meter allerdings durch die Hecke geht“, erklärt die Frau.

Dann habe die Stadt neue Treppen gebaut – „aber irgendwie die Buggys und Rollstühle vergessen“, stellt sie fest. Was die Frau meint: Die Rampe, die vorher noch dafür vorgesehen war, ist verschwunden.

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Stattdessen gibt es auf beiden Seiten der Treppe zwei Rampen, die jedoch erhebliche Mängel aufweisen, denn sie sind an einigen Stellen völlig schief. „Schade! Da wird es monatelang neu gemacht und dann kommt da sowas Schiefes bei raus“, meint die Frau.

Fehlplanung an der Ostsee

Die Aufnahmen der Frau sorgen für reichlich Aufsehen. „Da haben wir auch schon den Kopf geschüttelt. Durchdacht ist das nicht“, kommentiert zum Beispiel eine Frau.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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„Bei dem Neubau der recht großen Treppenanlage am Sackenkamp hätte man natürlich auch darauf achten können, das sie behindertengerecht ist“, sagt ein anderer Mann.

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Er vermutet auch, dass die Rampen rechts und links möglicherweise einen ganzen anderen Zweck haben. „Das wird nur die dekorative ‚Einfassung‘ der Treppenanlage sein.

Treppe an der Ostsee wirft Fragen auf

Das wirft jedoch weitere Fragen auf. „Warum gab es vorher eine Rampe und an den alten Treppen auch noch? Da hat jemand ohne Kopf geplant“, antwortet die Frau, die die Fotos geteilt hat.

Und ein weitere Mangel fällt auf: „Es wurde kein Handlauf angebracht“, kommentiert eine andere Nutzerin. Die Rufe nach einer Nachbesserung werden zunehmend lauter in den Kommentaren.

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Dann meldet sich ein Mann zu Wort, der zu wissen glaubt, was dahintersteckt. „Nach DIN 18040-1 darf die Steigung einer öffentlichen Rollstuhlrampe maximal 6 Prozent betragen“, erklärt er. Das sei aufgrund der vorhandenen Steigung und der Länge der Treppe hier nicht möglich.

Nur ein Missverständnis an der Ostsee?

Er ergänzt: „Bevor man etwas nicht Regelkonformes baut und die Treppe anschließend nicht abgenommen wird, und somit nicht benutzt werden darf, baut man es gar nicht.“

Doch warum gab es bei der alten Treppe dann noch eine Rampe? „Zum Bauzeitpunkt der alten Treppenanlage haben sicher noch andere Vorschriften gegolten“, sagt der Mann.

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Also offenbar alles nur ein Missverständnis an der Ostsee… (mk)