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Ostsee vor dem Ausverkauf – hier zerplatzt der Lebenstraum vieler Menschen

Die Ostsee

Fünf Fakten über das Baltische Meer.

Es werde nicht mal mehr groß verhandelt, sagt eine Immobilienmaklerin von der Ostsee in einer Dokumentation des NDR. An der Küste seien Ferienunterkünfte und Co. so beliebt, dass man sie zudem fast nicht online stellen müsse. Es genüge ein Anruf bei Kunden und das gute Stück würde mit hoher Wahrscheinlichkeit verkauft sein.

Das freut Immobilienmakler – doch andere bleiben auf der Strecke. Da das Angebot an Ostsee und Nordsee knapp ist und Preise für manche Käufer keine wirkliche Rolle mehr spielen, können viele von einem Haus an der Küste nur träumen.

Ostsee: 65 Prozent Plus in fünf Jahren

Die Immobilienpreise in Küstenregionen sind laut Immoscout von 1.900 Euro pro Quadratmeter auf 3.140 Euro pro Quadratmeter in 2022 gestiegen. Ein heftiges Plus von satten 65 Prozent in nur fünf Jahren.

Solche Zahlen kennt man sonst eher aus Großstädten wie Berlin oder Hamburg. Mithalten können viele Normalverdiener damit schon lange nicht mehr.

Garantiert nicht günstig: Ferienhäuser an der Ostsee auf Hiddensee. Foto: IMAGO / Matthias Koch

10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

+++ Ostsee: Anwohner sind genervt – hier sind Urlauber unerwünscht +++

Die Küstenregionen können die hohe Nachfrage nach Immobilien oft nicht befrieden – und befeuern die Problematik auch teilweise noch. Denn (bezahlbarer) Wohnraum wird nur vergleichsweise selten geschaffen.

Manche Ostsee-Kommunen wie Heiligenhafen oder Scharbeutz wollen laut NDR die Zahl der Ferienwohnungen begrenzen. So auch Travemünde, wo Wohnungen nicht mehr in Ferienwohnungen umgewandelt oder neue gebaut werden dürfen. In Schleswig-Holstein sollen rund 100.000 Wohnungen fehlen.

Ostsee-Ort spricht sich für Hotel-Neubau aus

Noch problematischer wird das Ganze, wenn in Ferienorten politische Entscheidungen getroffen werden, die die Situation verschärfen.

Der NDR berichtet über Kühlungsborn im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern. Dort an der Ostsee steht die „Villa Baltic“ leer. Die Gemeinde gibt ein Grundstück nebenan ab – für einen Hotelneubau. Und nicht für günstigen Wohnraum.

Eine Initiative kämpfte dagegen und sammelte 1.500 Unterschriften. Es gab einen Bürgerentscheid, dessen Beteiligung keine 50 Prozent erreichte und der deswegen nicht bindend war. Und: von denen, die abstimmten, sprach sich auch noch eine knappe Mehrheit für den Verkauf des Grundstücks aus.

Blick auf die Villa Baltic an der Ostsee. Foto: IMAGO / BildFunkMV

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Letztlich entschieden die Kommunalpolitiker auch deswegen für das Hotel. In den nächsten Monaten geht es jetzt laut des Berichts darum, wie groß die Anlage wird.

Der Traum vom bezahlbaren, eigenen Haus oder Wohnung an der Küste rückt mit solchen Entscheidungen für viele immer weiter in die Ferne. (rg)