Ostsee: Nach 145 Jahren könnte diese Tradition verschwinden! „Dafür kämpfen"

In Flensburg an der Ostsee ist eine Tradition in Gefahr.
In Flensburg an der Ostsee ist eine Tradition in Gefahr.
Foto: picture alliance

Nach mehr als hundert Jahren ist eine Tradition an der Ostsee in Gefahr. Studierende an der Hochschule Flensburg sind deshalb in Sorge.

Es geht um den Studiengang „Nautik“, der schon bald vor dem Aus stehen könnte. Doch man gibt sich an der Ostsee nicht kampflos geschlagen.

Ostsee: Studierende wollen für Studiengang kämpfen

Anlass ist die Prüfung der Ausstattung und der Qualität der Ausbildung in den Studiengängen Schiffsbetriebstechnik und Nautik durch die Akkreditierungsgesellschaft ZEvA.

Die personelle Ausstattung der Hochschule sei dabei als nicht ausreichend angesehen worden, um den Studiengang „Nautik“ erhalten zu dürfen, teilten Fachschaft und Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) am Montag mit.

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Ein Sprecher der Hochschule sagte, der Studiengang Nautik sei in der Tat in Gefahr. „Bis Mitte Juli muss aufgrund des laufenden Bewerbungsverfahrens eine Lösung gefunden werden, andernfalls müssen wir den Studiengang Seeverkehr, Nautik und Logistik zum kommenden Wintersemester schließen.“

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Er betonte, dass für alle bereits eingeschriebenen Studierenden der reguläre Studienbetrieb sichergestellt sei. Die Landesregierung sei über die Situation informiert. Lösungen würden diskutiert. Das Landesbildungsministerium hat sich noch nicht geäußert.

Ende der Ausbildung von Schiffsoffizieren an der Ostsee?

Laut Fachschaft und AStA sind auch mehrere relevante Stellen im Studiengang Schiffstechnik wegen kurzzeitiger Befristungen infolge der finanziellen Situation der Hochschule perspektivisch gefährdet.

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Dies würde nach Ansicht der Studierendenvertreter nicht nur das Ende der Ausbildung von Nautikern an der Hochschule Flensburg bedeuten, sondern im zweiten Schritt auch die Ausbildung von Schiffsbetriebstechnikern sowie die Existenz der Fachschule für Seefahrt gefährden.

„Damit würde nach 145 Jahren die Ausbildung von Schiffsoffizieren in Schleswig-Holstein enden“, hieß es in der Mitteilung.

Ostsee: Studiengang soll erhalten bleiben

Die Fachschaft Seefahrt forderte von der Landesregierung, die Lücken in der Finanzierung soweit zu schließen, dass der Studiengang zumindest erhalten bleiben kann und vom Präsidium alles Mögliche zu tun, um den Erhalt des Studienganges sicherzustellen.

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Ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte, ein Ende des Studiengangs „Seeverkehr, Nautik und Logistik“ sei derzeit noch nicht zu befürchten.

„Das Akkreditierungsverfahren ist noch im Gang und über das Ergebnis ist noch nicht vom Akkreditierungsrat entschieden worden.“ Das Ministerium begleite das Verfahren und stehe in engem Austausch mit der Hochschule Flensburg.

Besorgniserregende Mitteilungen von der Ostsee

Der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Heiner Dunckel, nannte die Kritik der Studierenden berechtigt und empfindet die Mitteilungen als besorgniserregend.

„Seit Jahren weise ich auf eine chronische Unterfinanzierung der Flensburger Hochschullandschaft hin“, betonte er. Er erwarte, dass im Ministerium ein schnelle Lösung im Sinne der Hochschule gefunden werde.

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„Wir sind stolz auf die langjährige Tradition und die Kompetenzen im maritimen Bereich und werden dafür kämpfen, diese zu erhalten“, sagt Hochschulpräsident Christoph Jansen. (dpa)