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Ostsee: Leerstand an der Küste – Gemeinden verschenken Geld, um Innenstädte zu retten

Auch an der Ostsee boomt das Weihnachtsgeschäft. Aber wie lange noch? Viele Regionen suchen nach Lösungen, um den Einzelhandel zu retten.

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Die Ostsee: 5 Fakten über das Baltische Meer

Die Ostsee hat eine Fläche von 412.000 Quadratkilometer. Die tiefste Stelle in der Ostsee beträgt 459 Meter. Im Durschnitt ist das Meer etwa 52 Meter tief. Im Englischen und in vielen anderen Sprachen bezeichnet man die Ostsee als Baltische See oder als Baltisches Meer.

Die Vorweihnachtszeit erstrahlt nicht nur in festlichem Glanz, sondern auch im bunten Treiben der Einkaufsmeilen, wovon besonders die Innenstädte an der Ostsee profitieren.

Doch anstatt nur zur Adventszeit Kunden anzulocken, wollen die Städte in Mecklenburg-Vorpommern das ganze Jahr über mit kreativen Strategien für neue Belebung sorgen. Ihr erklärtes Ziel: dem tristen Leerstand in den Ostsee-Citys den Kampf ansagen.

Ostsee-Städte soll neues Leben eingehaucht werden

Güstrow geht dabei einen ungewöhnlichen Weg und setzt auf finanzielle Anreize für Neuansiedler in der Innenstadt. Die Stadtvertretung beschloss im Juli ein „Sofortprogramm gegen den Leerstand und zur Belebung der Innenstadt“. Wer sich in der charmanten Barlachstadt niederlässt oder es bereits getan hat, kann einen Antrag auf eine großzügige Anschubfinanzierung von 2000 Euro für die Eröffnung eines Geschäfts stellen.

Zusätzlich winkt ein Zuschuss zur Kaltmiete für Ladenflächen bis zu 120 Quadratmetern, und das für satte zwei Jahre – fünf Euro pro Quadratmeter sind da drin. Der „Ostsee Zeitung“ zufolge habe die Stadt dafür dieses Jahr 30.000 Euro und in den kommenden beiden Jahren jeweils 60.000 Euro im Haushalt eingeplant.

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Stralsund scheint hingegen eine andere Methode vorzuziehen. Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren, darunter auch die Hochschule, wird an einem frischen Konzept getüftelt. Ein Vorbild könnte dabei das Lübecker Innenstadtkonzept sein, bei dem die Stadt ein Budget für Leerflächen bereitstellt und Start-ups zu Selbstkostenpreisen einziehen können.

Ostsee: Rostock liefert besonderes Konzept

In Rostock steht eine regelrechte Einzelhandelsoffensive auf der Agenda der Bürgerschaft. Die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro macht dabei mit und bietet seit einem Monat eine besondere Möglichkeit an. Laut der „Ostsee Zeitung“ können Interessierte in bestimmten Gewerbeflächen der Wiro für eine pauschale Kurzzeitmiete einziehen.


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Von fünf Tagen bis zu drei Monaten können Geschäftsleute in sogenannten Pop-up-Stores ihre Ideen testen. Allerdings sind laut Wiro-Sprecher derzeit alle Flächen belegt, da Verhandlungen für die beiden Standorte bereits im Gange sind. Das verspricht eine spannende Entwicklung für die lebhaften Einkaufsstraßen der Region.