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Ostsee: Düstere Pläne für beliebte Ferieninseln – sie könnten gefährlich werden

Die Ostsee

5 Fakten über das Baltische Meer

Deutschland sucht einen Ausweg aus der Energiekrise. Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, glaubt eine Idee zu haben, wie die Bundesregierung dieses Ziel erreichen könnte. Eine besondere Rolle spielen dabei die Inseln in der Ostsee.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält Söders Vorschlag für eine gute Lösung. Doch die Pläne, die die beiden gutheißen, bedeuten möglicherweise eine Gefahr für die Menschen an der Ostsee. Nicht umsonst ist das Verfahren, mit dem die Politiker Gas und Öl für Deutschland beschaffen wollen, seit 2016 verboten.

Ostsee: Erdgasfelder auf Rügen und Hiddensee

Angeblich lägen unter der Oberfläche der Ostsee-Inseln, Rügen und Hiddensee riesige Erdgasfelder. Das geht aus einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hervor.

Deshalb schlägt Markus Söder (CSU) nun vor, die Erdgasfelder mithilfe der Fracking-Methode auszubeuten. Doch dieses Verfahren ist nicht nur umstritten, sondern trägt Risiken für die Menschen im Abbaugebiet.

Menschen blicken von Rügen aus auf die Ostsee. Foto: https://www.facebook.com/groups/507603556693248/permalink/1234552537331676/?fs=e&s=cl

Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

Bei der Fracking-Methode wird Gestein, das sich unter der Erdoberfläche befindet, mithilfe von Bohrungen und einem hydraulischen Druck aufgebrochen.

Ostsee: Fracking-Methode sehr gefährlich

Besonders gefährlich ist diese Methode der Erdgas-Förderung deshalb, weil bei den Bohrungen bis zu 8 Prozent Gas unkontrolliert entweichen können. Außerdem wird dabei klimaschädliches Methan freigesetzt und das Erdbeben-Risiko in den Abbaugebieten steigt.

Seit 2016 ist diese umstrittene Methode der Erdgas-Förderung deshalb verboten. In anderen Ländern wie den USA wird sie aktuell noch angewandt. Weil Deutschland auf diese Weise gefördertes Erdgas aus den USA beziehe, sieht Kretschmer laut „Ostsee-Zeitung“ die Förderung eigener Vorkommen aufgrund von strengeren Auflagen als deutlich umweltschonender.


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Könnte auf Rügen und Hiddensee also schon bald nach Erdgas gebohrt werden?

Der Leiter des Bergamts Stralsund bezweifelt dies. Bereits 2012 hätten Firmen die Erdgasvorkommen auf den Inseln geprüft und als nicht lohnenswert eingestuft.

+++ Ostsee: Alles voll! Hier geht nichts mehr – und die Menschen sind ziemlich genervt +++

Doch neben den Ostsee-Inseln hat Söder auch noch Teile von Niedersachsen im Blick. Dort ist man allerdings wenig erfreut über das Vorpreschen aus Bayern, das sich selbst oft genug sträubt, einen maßgeblichen Teil zur Energiewende beizutragen. Beispielweise hinkt das Bundesland im Süden seit Jahren beim Ausbau von regenerativen Energien wie der Windkraft hinterher. (kl)