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Ostsee: Urlauber ziehen die Reißleine und hauen ab – „Hochsaison abrupt abgebrochen“

Ostsee

Wusstest du das schon über das Meer?

Es sind schwierige Zeiten in einer Region an der Ostsee. Gerade noch waren die Strände von Touristen gut gefüllt (MOIN.DE berichtete), doch nun machen sich Sorgen breit. Der Tourismus nimmt bereits ab.

Der Grund dafür ist traurig: Das massenhafte Fischsterben in der Oder beunruhigt Ostsee-Gäste (hier mehr dazu).

Ostsee: Die Hälfte der Besucher kommt gar nicht

Es war befürchtet worden: Obwohl Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht direkt vom Oder-Fischsterben betroffen ist, wirkt es sich auf den hiesigen Tourismus aus. Dabei ist eigentlich gerade Hochsaison.

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Leerer Strandzugang an der Ostsee (Symbolfoto). Foto: IMAGO / Rex Schober

Auch Tourismusbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern bekommen die Auswirkungen des massenhaften Fischsterbens in der Oder zu spüren. „Die Hochsaison ist abrupt abgebrochen“, sagte Elke Schmidt vom Campingpark Oderhaff bei Grambin der Deutschen Presse-Agentur.

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Bei der Hälfte der derzeitigen Reservierungen kämen die Besucher nicht. Ähnlich äußerte sich Dirk Klein vom Hotel Haffhus weiter östlich in Ueckermünde.


Beliebte Orte für einen Urlaub an der Ostsee:

  • Eckernförde
  • Fehmarn
  • Kellenhusen
  • Grömitz
  • Scharbeutz
  • Timmendorfer Strand
  • Travemünde
  • Boltenhagen
  • Kühlungsborn
  • Ueckermünde

„Wir haben wesentlich weniger Anrufe“, sagte Klein. Diejenigen, die Termine anfragten, fragten vermehrt nach der Möglichkeit, zu baden und nach Stornierungsbedingungen. Hinzu kämen mehr Absagen.

Ostsee: Behörden raten vom Baden ab

Auch in direkt vom Fischsterben betroffenen Regionen in Brandenburg gibt es nach Angaben des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree weniger Urlauber. In Mecklenburg-Vorpommern sind bislang weder Fischkadaver noch auffällige Messwerte im Zusammenhang mit der Umweltkatastrophe bekannt geworden.

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Vorsorglich raten die Behörden dennoch vom Baden, Angeln, Fischen und der Wasserentnahme aus dem Stettiner Haff ab.

toter Fisch
Ein toter Fisch, der schon stark verwest ist, liegt am Ufer vom deutsch-polnischen Grenzfluss Oder. Foto: imago

„Es gibt Leute, die gehen baden“, sagte Schmidt von deren Campingplatz es nur 50 Meter bis ins Wasser seien. Andere gingen zum Beispiel in Freibäder. Angesichts der unklaren Informationslage entsteht ihrer Meinung nach zu sehr der Eindruck, dass Gefahr vom Haff ausgehe. Klein wies darauf hin, dass das Bad im Haff für viele Besucher eigentlich eher eine untergeordnete Rolle spiele, sie jetzt aber dennoch wegblieben. Oft badeten sie ohnehin in der nahe gelegenen Ostsee.


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Ostsee: Proben ohne Auffälligkeiten

Kürzlich hatte der Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD) für den nach seiner Aussage weiterhin gefahrlosen Urlaub im Land geworben. Der Landrat von Vorpommern-Greifswald, Michael Sack (CDU), hatte auf weiter gute Badebedingungen an den Ostsee-Stränden der Insel Usedom hingewiesen.

Die Oder mündet in das Stettiner Haff, durch das die deutsch-polnische Grenze verläuft und das mit der Ostsee vor Usedom verbunden ist. Das Mündungsgebiet ist weit verzweigt und das Haff mit rund 900 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie der Bodensee. Die Ursache für das Fischsterben ist weiter unklar.

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Erste umfangreiche Untersuchungen des Wassers im deutschen Teil des Stettiner Haffs hätten nach Angaben von Till Backhaus keine Auffälligkeiten ergeben. Die Proben im Zusammenhang mit dem Oder-Fischsterben stammten vom 13., 15. und 18. August und seien auf 211 organische Schadstoffverbindungen, 20 Metall- und Schwermetallrichtungen und 10 Nährstoffverbindungen untersucht worden, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Ueckermünde. „Sie zeigen keine Auffälligkeiten.“ (dpa/llw)