Ostsee: Illegal? Es gibt Ärger über etwas, das immer häufiger am Strand zu sehen ist

Augen auf am Ostsee-Strand!
Augen auf am Ostsee-Strand!
Foto: imago images

Ärger an der Ostsee!

Der Strand in Warnemünde an der Ostsee wird immer steiniger, je weiter man in Richtung Westen wandert. In den Augen der Rostocker Tourismuszentrale muss das nicht so bleiben.

Ostsee: Ärger am Strand

Vor einigen Tagen hat die Tourismuszentrale deshalb Strandsand von der Mole Richtung Westen fahren lassen. Das soll den Aufenthalt für Gäste attraktiver machen. Doch das stößt auf Unverständnis seitens des ehemaligen Umweltsensators Michael Kreuzberg.

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„Der natürliche Zustand dort ist nun mal eine Abtragungsküste mit Block- und Steinstrand. Das sollte die Tourismuszentrale akzeptieren und ihr Geld sinnvoller ausgeben“, wandte sich Kreuzberg Anfang März an die Grünamtschefin Dr. Ute Fischer Gäde.

Laut dem ehemaligen Umweltsenator sei diese Maßnahme schlichtweg sinnlos. Denn der Sand würde nach zwei bis drei Frühjahrs- oder Herbsthochwassern wieder gänzlich verschwunden sein. „Das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Sisyphus-Arbeit“, sagt Kreuzberg gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ (Oz).

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Ostsee: „Wo viele Steine sind, kann man den Strand attraktiver gestalten“

Die natürliche Küstendynamik sorge dafür, dass der Sand durch Wind und Meer weiter nach Westen getragen wird: „Eigentlich würde er irgendwann auf dem Fischland und Darß ankommen, wo der Sand auch dringend gebraucht wird. Doch durch die Mole und den Seekanal kommt es ja nicht mehr dazu.“

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm ist das zwar klar, aber er verteidigt das Vorgehen, das bereits seit Jahren so praktiziert wird.

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„Der Sand sammelt sich an der Westmole und wir versuchen, ihn entlang des Strandes zu verteilen. Und gerade dort, wo viele Steine sind, kann man den Strand attraktiver gestalten“, sagt Fromm in der „Oz“. Es sei das erste mal, dass jemandem die Prozedur kritisch aufgefallen sei.

Ostsee: Illegaler Vorgang am Strand?

Laut Kreuzberg war die Maßnahme illegal und gar anzeigungswürdig. Dabei handelte es sich nämlich um einen Eingriff in das Naturschutzgebiet Stoltera. „Der Strandabschnitt bei Wilhelmshöhe ist nach dem Naturschutzgesetz MV ein geschütztes Biotop mit natürlicher Fels- und Steilküste, Strandwall und marinem Block- und Steingrund“, sagt der 72-Jährige.

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Daraufhin reagierte das Rostocker Grünamt nach Kreuzbergs Mail prompt: „Wir haben veranlasst, dass mit sofortiger Wirkung alle Sandaufschüttungen im Naturschutzgebiet Stoltera gestoppt werden. Auch zukünftig werden dort keine derartigen Maßnahmen mehr stattfinden“, antwortet Grünamtschefin Ute Fischer-Gäde auf die Mail von Kreuzberg.

Laut der „Ostee-Zeitung“ sei der Vorgang am Ort aber ohnehin schon abgeschlossen. Am Beginn der Steilküste zeigt sich eine dicke Schwelle von frischem Sand zu steinig dunklem Untergrund. Das bestätigt auch Katharina Soyk, Betreiberin von Gaststätte und Hotel Wilhelmshöhe der Zeitung. „Seit etwa sechs Jahren wird der Sand bis zu unserem Aufgang aufgeschüttet.“

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10 Reise-Tipps für die Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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Und das aus gutem Grund: mit dem ganzen Sand wird dieser Weg ein leichter sein und nicht mehr steinig und schwer. (oa)