Rostock: Dieser Mann könnte bald ohne Trinkwasser dastehen – „Lasse mich nicht nötigen“

Einem Mann aus Rostock könnte bald der Hahn zugedreht werden (Symbolbild).
Einem Mann aus Rostock könnte bald der Hahn zugedreht werden (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa

Einmal kurz den Hahn aufdrehen und schon läuft das Wasser – für die meisten Menschen, egal ob in Rostock oder anderswo in Deutschland, eine Selbstverständlichkeit.

Bei einem Mann aus Rostock könnte das allerdings bald eine Ende haben. Seit Jahren schon verfügt er über keinen eigenen Wasseranschluss. Die Stadt hat ihm nun ein Angebot gemacht, das er nicht annehmen will. Deshalb könnt ihm bald der Hahn abgedreht werden.

Rostock: Mann hat keinen eigenen Trinkwasseranschluss

Die Sachlage ist sehr komplex und kann über mehrere Jahrzehnte zurückverfolgt werden. Es geht um das Haus eines 58-jährigen Mannes, das in Groß Stove bei Rostock steht.

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Das ist Rostock:

  • Die größte Stadt unter den 84 Städten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist Rostock
  • Dort leben rund 209.000 Menschen (Stand: 2019)
  • Die Hafenstadt reizt doch ihre attraktive Lage an der Ostsee
  • Bekannt ist sie außerdem als Universitätsstadt mit der im Jahr 1419 gegründeten Uni
  • Rostock ist nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt im Norden Deutschlands

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Seit 25 Jahre besitze Frank Schröder keinen Trinkwasseranschluss, berichtet die „Ostsee-Zeitung“ (OZ). Sein Haus habe ehemals zu einem Gut mit zentraler Wasserversorgung gehört. Als das Gut dann privatisiert wurde, hätten sich die neuen Eigentümer um einen Wasseranschluss kümmern müssen.

Genau das habe der Bewohner auch versucht, aber da sein Haus keinen Keller besaß, konnte bei ihm keine Wasseruhr installiert werden. Deshalb zapfte Schröder immer die Leitung der Nachbarn an. „In meiner Küche habe ich einen Zwischenzähler eingebaut, zahle meinen Anteil direkt an die Eigentümer nebenan“, versichert er der „OZ.“

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Trotzdem gab der 58- Jährige nicht auf und wagte mehrere Versuche, um seinen eigenen Trinkwasseranschluss zu bekommen. Der Letzte scheiterte 2002.

Vor ungefähr einem Jahr habe Schröder dann einen Antrag als Neukunde bei der zuständigen Wasserversorgungsstelle gestellt, schreibt die „OZ.“ Daraufhin habe es einen Kostenvoranschlag in Höhe von 2700 Euro gegeben. „Meine Nachbarn haben für die Neuverlegung ja auch nichts zahlen müssen“, wendet er ein, weshalb er es nicht einsehe, die Kosten zu übernehmen.

Wie geht es weiter in Rostock?

Seit Juli hat der Mann nun nichts mehr von der Wasserversorgungsstelle gehört. „Dafür wurde mir zuletzt gesagt, dass ich eben trockengelegt werde, wenn ich ihren Vorschlag nicht annehme“, berichtet er.

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Wie es nach dem 22. Oktober weitergeht, wüsste er deshalb nicht. „Aber nötigen lasse ich mich jedenfalls nicht.

Da bleibt nur zu hoffen, dass dem 58- Jährigen dann nicht wirklich der Hahn abgedreht wird und er auf einmal ohne Trinkwasser dasteht. (fk)