Rügen: Insulaner wehren sich gegen irre Drohung – und schreiben ausgerechnet IHM einen Brief

Rügen wehrt sich ein einem Brief gegen eine irre Drohung.
Rügen wehrt sich ein einem Brief gegen eine irre Drohung.
Foto: imago images/BildFunkMV & Monika Skolimowska/ZB/dpa

Absolut irre! Die Insel Rügen macht momentan weltweit Schlagzeilen. Das liegt an der Erdgasleitung Nord Stream 2, die Gas auch Russland nach Deutschland liefern soll.

Doch dieses Vorhaben, in dem der Fährhafen Sassnitz auf Rügen eine entscheidende Rolle spielt, sorgt in einem anderen Land für gewaltigen Ärger – und Drohungen gegen die Insel. In einem Schreiben wehren sich die Lokalpolitiker der Insel nun dagegen.

Rügen: Drohung von drei US-Senatoren

US-Senatoren hatten dem Fährhafen Sassnitz auf Rügen wegen Nord Stream 2 gedroht. Durch die Pipeline soll russisches Gas direkt nach Deutschland fließen. Sie soll 2021 ihren Betrieb aufnehmen.

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Die USA versuchen, die Fertigstellung zu verhindern. Anfang August hatten US-Senatoren in einem Brief geschrieben, sie wollen den Fährhafen Sassnitz „kommerziell und finanziell“ von den USA abschneiden.

Vorstandsmitgliedern, leitenden Angestellten und Aktionären der Fährhafen Sassnitz GmbH soll die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt werden und jegliches Eigentum oder Beteiligungen, die diese im „Zuständigkeitsbereich“ der Vereinigten Staaten haben, eingefroren werden, wie verschiedene Medien berichteten.

Politiker von der Insel Rügen schreiben dem Präsidenten

Fast alle EU-Staaten kritisieren die USA für diese Drohung. Aber auch auf lokaler Ebene regt sich Widerstand. Politiker vor Ort sind inzwischen aktiv geworden. Die Ortsgruppe der Sassnitzer CDU hat ihren eigenen Brief geschrieben – an US-Präsident Donald Trump.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Die „Ostsee-Zeitung“ zitiert aus dem Brief: „Wir finden es höchst bedenklich, mit so einer Drohung in verschiedenster Weise zu versuchen, die Stadt Sassnitz und besonders den dazugehörigen Hafenbetrieb einschüchtern zu wollen.“

Eine Einladung auf die Insel Rügen

Die Politiker möchten Donald Trump sowie die drei Senatoren demnach nach Rügen einladen. Sie möchten ihm den Hafen zeigen und mit ihm über die europäische und speziell die deutsche Energiepolitik sprechen. Auch wollen sie ihm einen großen Felsen im Hafen zeigen, der für die „Stärke und Kraft“ der Region stehe.

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Wäre Sassnitz auf den Besuch eines US-Präsidenten vorbereitet?, fragt die Lokalzeitung. Bürgermeister Frank Kracht wird mit einem Schmunzeln zitiert: „Wir sind nach wie vor eine internationale Hafenstadt. Wir sind immer auf Gäste aus der ganzen Welt eingestellt und heißen sie bei uns willkommen.“ (kbm)