Rügen: Großer Frust macht sich auf der Insel breit – „Bitterernste Realität“

Ein der vielen Stand-Abschnitte von Rügen.
Ein der vielen Stand-Abschnitte von Rügen.
Foto: picture alliance / Jens Koehler

Diese Nachrichten für Rügen und Mecklenburg-Vorpommern (MV) werden mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Während an vielen Nord- und Ostsee-Urlaubsorten wieder Besucher empfangen werden, müssen sich Gastro und Hotels auf Rügen noch gedulden.

Rügen: Neuer Beschluss nach Kabinettsitzung

Zwar wurde, angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern und positiver Prognosen, ein umfangreiches Lockerungsprogramm beschlossen, dennoch ist Urlaub erst recht spät möglich.

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Erst vom 7. Juni an können Einheimische wieder in MV Urlaub machen. Ab dem 14. Juni ist das auch für Gäste aus anderen Bundesländern möglich, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach der Kabinettssitzung am Dienstagabend bekanntgab.

Immerhin: Im Landkreis Vorpommern-Rügen, wo die Sieben-Tage-Inzidenz bereits seit mehreren Tagen unter 50 liegt, öffnet der Einzelhandel schon an diesem Freitag, wie Landrat Stefan Kerth (SPD) ankündigte.

Rügen: „Es war mal ein Urlaubsland...“

Die Öffnungen im Tourismus waren mit zunehmender Vehemenz von der Branche gefordert worden, die zu den wirtschaftlichen Standbeinen des Landes gehört. Schwesig sagte, die Termine seien später als sich das viele wünschen, doch sie erschienen sicher.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Währenddessen ärgerte sich Tourismusdirektor Kai Gardeja: „Es war einmal ein Urlaubsland… die aktuellen Entscheidungen zeigen, wie aus Märchen bitterernste Realität werden kann.“

Und weiter: „Tschüss, Urlaubsland MV“. Diese unverständliche Weiterführung des Lockdowns im gesamten Bundesland sei kein allgemeines „Lebensrisiko“ mehr. „Es ist davon auszugehen, dass es zu einer Klagewelle gegen die fortwährende Schließung trotz klarer gesetzlicher Regelungen kommen wird“, vermutet der Tourismusdirektor.

Rügen: Im Einzelhandel und Außengastronomie keine Tests mehr nötig

Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper dürfen ab dem 7. Juni wieder nach MV.

Zuletzt hatte die Landesregierung für Irritationen gesorgt, als sie seit 1. Mai nur vollständig geimpften Zweitwohnungsbesitzern und Tagestouristen die Einreise erlaubt hatte. Für den Tagestourismus wurde am Dienstag noch keine neue Festlegung getroffen.

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Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hob hervor, dass es keine Begrenzung für die Belegung der Hotels wie vor einem Jahr gebe. Damals durften zum Beginn nur 60 Prozent der Betten vermietet werden. Urlauber müssen sich jetzt aber zweimal pro Woche testen. Im Einzelhandel und in der Außengastronomie wiederum sollen keine Tests mehr nötig sein. (dpa/oa)