Rügen: Menschen versammeln sich am Strand, dann wird es hemmunglos

In Binz auf Rügen ereignen sich jedes Jahr im Mai wilde Szenen.
In Binz auf Rügen ereignen sich jedes Jahr im Mai wilde Szenen.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild & picture alliance / Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Jedes Jahr im Mai findet auf der Insel Rügen eine ganz besondere Aktion statt. Dann sammeln sich viele Schaulustige am Strand von Binz und verfolgen das gewagte Unterfangen.

Sie hat auf Rügen mittlerweile Tradition: Im Rahmen der Veranstaltung „Zeitreise Binz“ werfen sich viele Insel-Bewohner in traditionelle Gewänder aus dem frühen 20. Jahrhundert. Mit Stock, Gehrock, Schirmchen und Kleid ausgerüstet, schlendern die Teilnehmer der historischen Gesellschaft durch das Ostsee-Bad. Hier veranstalten sie musikalische Picknicks oder lassen sich mit Touristen ablichten. Das Highlight des Events findet später am Strand statt.

Rügen: Traditionelles Anbaden bei Wind und Wetter

Mit Flatterbändern ist dort eine Gasse zum Wasser abgesperrt. Bei Regenschauern stehen viele Besucher hinter dem Band und verfolgen die Vorbereitungen.

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Doch das Wetter kann den Hartgesottenen nichts anhaben: In traditionellen Badegewändern, mit Pickelhauben gekleidet versammeln sie sich im Sand, zünden sich Zigarren an und wärmen sich auf für den Sprung ins kühle Nass. Denn wenig später findet hier das traditionsreiche Anbaden statt.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Wie jedes Jahr Anfang Mai wagen sich zahlreiche Rüganer, aber auch Touristen in das Ostsee-Wasser. Bei Lufttemperaturen um die 8 Grad ein kaltes Vergnügen. Doch die Euphorie bleibt ungebremst. „Super, spitze! Wärmer als draußen“, tönt ein Badeteilnehmer in der hr-Doku „Rügen entdecken“. „Erfrischend kalt, aber einfach wunderbar“, schwärmt eine Frau.

Als Belohnung für die tapfere Aktion gibt es für die Teilnehmer nach dem Gruppenfoto einen wärmenden Glühwein und ein echtes Anbade-Zertifikat.

Rügen: Kein großen Anbaden während Corona

Auch „Tagesschau-Moderatorin Judith Rakers hat sich im Rahmen ihrer Insel-Reportagen auf der Nachbarinsel Usedom bereits in einem traditionellen Gewand in die Ostsee gewagt. Ihr Badeausflug nahm damals allerdings kein gutes Ende (MOIN.DE berichtete).

Im vergangenen Jahr nahm das sonst so zuschauerreiche Event wegen der Corona-Krise übrigens andere Formen an. Die Großveranstaltung wurde abgesagt, dennoch wagten mehrere Mitarbeiter vom Hotel am Meer in Binz den Sprung ins Wasser. Mit ihrer Aktion wollten sie damals auf die schwierige Lage für die örtliche Tourismusbranche aufmerksam machen. Auch in diesem Jahr wird das Event aller Voraussicht nach nicht stattfinden.

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Die ganze Doku „Rügen entdecken“ kannst du >>> hier in der Mediathek des Hessischen Rundfunk sehen. (mik)