Rügen: Mann zeigt traurige Realität auf der Insel – „Trostlosigkeit“

Nordsee vs. Ostsee: Das unterscheidet beide voneinander

Nordsee vs. Ostsee: Das unterscheidet beide voneinander

Was sind die Unterschiede zwischen Nord- und Ostsee?

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Es gibt einen Ort auf der Ostsee-Insel Rügen, an dem herrscht mehr Glamour als in den anderen. So manch einer meidet ihn deswegen sogar – andere hingegen lieben den Schicki-Micki-Flair.

In einer Bewertung auf Tripadvisor heißt es: „Der Strand ist ein Traum und auch die Brücke bietet ein tolles Panorama. Leider war es sehr voll, obwohl kein Sommer war. Die Zielgruppe hier hat deutlich einen größeren Geldbeutel als der Durchschnitt, dass muss man mögen.“ Zwei von fünf Punkten vergab die Person an Binz auf Rügen.

Rügen: Aufnahme zeigt Trostlosigkeit

Für viele, die sich lediglich an den touristischen Hotspots bewegen, bleibt der Ort dann auch so in Erinnerung: Als etwas schickere Urlaubsalternative auf Rügen. Einer Insel, die zu einem der ärmsten Landkreisen in Deutschland gehört, obgleich der Tourismus dem Ostsee-Eiland natürlich stellenweise einen gewissen Reichtum beschert. Aber auch Armut ist dort ein großes Thema.

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In Binz reihen sich die Villen entlang der Promenade, während es einige Meter weiter so trist aussieht wie an vielen Stellen in Vorpommern-Rügen. Ein Fotograf von der Insel hat die traurige Realität festgehalten. Er sagt: „Es sind schon krasse Unterschiede, die einem Besucher in Binz ins Auge fallen. Es ist eben nicht alles schön auf Rügen. Wohnen und Arbeiten sieht in der Realität meist anders aus, als sich so mancher Urlauber vorstellt.“

Dazu teilt er ein Foto von dem er glaubt, dass es diese Verhältnisse ganz gut widerspiegele. Er spricht von „Verfall und Trostlosigkeit“.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Rügen: Klare Worte von Ex-Einwohner

Ein ehemaliger Einwohner von der Insel findet in den Antworten auf das Bild klare Worte über seinen ehemaligen Wohnsitz:

„Ich habe zwei Jahre auf Rügen gelebt, meine Wohnung war wirklich sehr schön. Aber die Miete war extrem teuer. Auch die Lebenshaltungskosten, wie Obst, Gemüse, Strom und Tankkosten sind meist teurer als auf dem Festland. Dagegen steht der Mindestlohn, den man auf der Insel in vielen Fällen verdient. Von den schlechten Arbeitsbedingungen rede ich erst gar nicht.“

Manfred Halle vom Sozialverband Rügen fand einst ebenfalls deutliche Worte gegenüber MOIN.DE: „Die ländlichen Gebiete – auf der Insel und dem Festland – sind zu großen Teilen sich selbst überlassen."

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Es ist ein gängiges Problem: Junge Leute wandern ab, auch die Tourismusbranche ist wegen der vielen Ungewissheiten in der Corona-Pandemie noch unattraktiver geworden. Die Bezahlung ist ohnehin nicht gut. Viele Hoffnungen ruhen auf der Erhöhung des Mindestlohns.

Rügen mit großen Problemen – trotz aller Schönheit

Eine weitere Person meint zum Anblick der trostlosen Aufnahme des Fotografen: „Das ist nicht nur in Binz so. Wer mit offenen Augen über die Insel fährt, wird fast überall solche Altlasten finden.“

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Schon seit Jahren ärgert es die Rüganer, dass vieles von dem Geld, was auf der Insel verdient wird, nicht dort bleibt, sondern von den großen Playern im Tourismus eingesackt wird. Ihre Beschäftigten kriegen oft nur Saisonverträge und müssen sich im Winter irgendwie anders über Wasser halten.

Der Mann, der zwei Jahre auf Rügen lebte und dann wieder wegzog, fasst seine Meinung so zusammen: „Die Landschaft ist ein Traum, aber davon kann man leider nicht Leben.“ (rg)