Rügen: Beliebtes Insel-Café hat geschlossen – die Gründe zeigen ein trauriges Problem auf

Blick auf das Cafè Gumpfer in Sassnitz auf Rügen.
Blick auf das Cafè Gumpfer in Sassnitz auf Rügen.
Foto: IMAGO / Carola Koserowsky

Es passiert überall. Ob an der Ost- oder Nordsee, viele Lokale schließen ihre Türen für immer. Auch auf Rügen gibt es immer wieder schlechte Nachrichten.

Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass ein beliebtes Insel-Café auf Rügen schließt. Urlauber und Einwohner waren bestürzt. Die Gründe sind besorgniserregend.

Rügen: Warum macht das „Cafè Gumpfer“ dicht?

Konkret geht es um das beliebte „Cafè Gumpfer“ in Sassnitz. Die schlechten Nachrichten vergangene Woche stimmten viele Stammgäste des Cafés traurig (MOIN.DE berichtete).

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Nun begründeten die Besitzer gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ die schwere Entscheidung. Für Marlis Gumpfer und ihren Mann sei das „richtig schlimm“. Aber sie seien beide über 60 und die Kräfte ließen nach. Ihr Mann müsse täglich um drei Uhr morgens aufstehen und nach der Backstube noch ins Büro gehen.

„Das ist alles auf Dauer nicht mehr zu schaffen.“ Sie selbst würde auch mit anpacken, dabei habe sie eigentlich schon vor einigen Jahren aufgehört, als Konditorin zu arbeiten.

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Doch die Erschöpfung ist nicht der einzige Grund, weshalb das Café in Sassnitz schließt. Zusätzlich hat es mit finanziellen Sorgen zu kämpfen. „Die Hilfen vom zweiten Lockdown sind heute noch nicht da“, beschwert sich die ehemalige Konditorin. Außerdem müssten Soforthilfen und Kredite zurückgezahlt werden, das würde nur mit zusätzlich Erwirtschaftetem funktionieren.

Rügen: Kein Personal in Sicht

Vermutlich wäre die Situation auch eine andere, wenn es genügend Personal zur Unterstützung geben würde. Aber genau da liegt das Problem. „Wir haben einfach keine Mitarbeiter mehr gefunden“, bedauert Dieter Gumpfer. Dabei seien die Arbeitsbedingungen sogar familienfreundlich. Aber alles Suchen nach helfenden Händen blieb erfolglos.

Das Café beschäftige sogar schon nur noch überwiegend Quereinsteiger. „Über Fachpersonal brauchen wir gar nicht sprechen“, sagt Marlis Gumpfer.

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Die Personalprobleme des Cafés weisen auf ein Problem hin, das zurzeit in ganz Deutschland um sich greift. Denn das Ehepaar Gumpfer ist nicht alleine mit den Mitarbeiter-Sorgen. In Lübeck beispielsweise fehlt es ebenso an Personal. Dort sagten Wirte, dass die Entwicklung bereits ein jahrelanger Prozess sei, der durch Corona noch einmal beschleunigt wurde. Anders als auf Rügen mussten die Lokale dort aber nicht für immer schließen, sondern zogen eine andere Konsequenz (>>hier mehr dazu).

Der Personalmangel betrifft Gastronomien und Unterkünfte in ganz Deutschland. Doch für Fans des „Cafés Gumpfer“ gibt es trotz der Schließung eine gute Nachricht.

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Ein neues Café auf Rügen?

Die zweite Filiale des Cafés in Stralsund bleibt geöffnet. Und was passiert mit dem Standort in Sassnitz?

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Laut der „OZ“ werde schon Anfang nächsten Jahres an Stelle des „Cafés Gumpfer“ ein neues Café eröffnen. Für Stammgäste wird das sicherlich nicht das Gleiche sein, aber immerhin wird es dann trotzdem noch Kaffee und Kuchen in Sassnitz geben. (fk)