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Rügen: Was Besucher hier machen, bezahlen einige mit ihrem Leben – „Leichtsinn erreicht die höchste Stufe“

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Im Nationalpark Jasmund auf Rügen wagen sich viele Menschen zu dicht an die Klippen. Foto: IMAGO / Jens Koehler

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie zieht es auch in diesem Jahr viele Urlauber an die hiesigen Strände. Besonders beliebt ist dabei unter anderem die Ostsee-Insel Rügen.

Doch hier haben rücksichtslose Touristen in der Vergangenheit immer wieder für Ärger gesorgt. Besonders stark zeigt sich das Ausmaß des zunehmenden Besucheransturms im Nationalpark Jasmund im Osten von Rügen. Dort riskieren einige von ihnen für das perfekte Urlaubsfoto sogar ihr Leben.

Rügen: Urlauber missachten Verbote

40 – 60 Prozent mehr Touristen besuchen nach Schätzungen der örtlichen Ranger jedes Jahr den Nationalpark. Das Problem: Viele von ihnen halten sich nicht an die Regeln, die hier gelten. Sie gehen abseits der gekennzeichneten Wege, hinterlassen Müll und richten somit hohen Schaden für das empfindliche Naturschutzgebiet an.

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„Kaum sind mehr Menschen als üblich im Park, laufen sie kreuz und quer, obwohl hier Wegegebot gilt“, sagt Ingolf Stodian, Leiter des Nationalparks. Ein WDR-Team hat ihn und zwei Mitarbeiter auf einer Kontrolltour durch das Gebiet begleitet. Trotz des Verbotes würden die Besucher oft den kürzesten Weg wählen. So bilden sich neue Pfade, die weitere Menschen dazu einladen, die festen Routen zu verlassen. Für schützenswerte Bäume, Sträucher und Blumen eine große Gefahr.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Rügen: Wenige Zentimeter am Abgrund

„Mir kommt das oft so vor, als würden die nicht herkommen, um das zu erleben, sondern nur um zu sagen: ‚wir waren auf Rügen und haben das, das, das und das gesehen‘“, so eine Mitarbeiterin des Parks. Auch das Radfahren ist im Nationalpark verboten. „Ein paar fahren trotzdem. Es wird auch sehr oft das Schild zerstört.“

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Mit ihrem Verhalten gefährden die rücksichtslosen Touristen nicht nur ihre Umwelt sondern auch sich selbst. Unmittelbar an den Klippen der Kreidefelsen haben sie im vergangenen Jahr einen neuen Weg in die Natur getrampelt. „Der Leichtsinn erreicht die höchste Stufe. Besucher gehen bis an die Kante und schauen wenige Zentimeter vor einem fast 100 Meter tiefen Abgrund über die Kante“. Hochzeitspaare und Familien ließen sich in dieser gefährlichen Zone für Fotos ablichten, so die Ranger. „Für Instagram“

Doch sie begeben sich in große Gefahr: „Das Material darunter ist nicht fest, die Kreide ist brökelig. Einige bezahlen diesen Leichtsinn mit dem Leben – jedes Jahr“, berichtet Stodian.

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Die Ranger können dagegen nicht viel unternehmen – lediglich Verwarnungen aussprechen und auf die Vernunft der vielen Besucher hoffen.

Die ganze WDR-Doku kannst du dir >>> hier in der Mediathek anschauen. (mik)