Rügen: Millionenprojekt nimmt Formen an – Urlauber werden es eines Tages stürmen

Der „Königsweg“, die neue Aussichtsplattform am Königsstuhl auf Rügen, nehmen Formen an.
Der „Königsweg“, die neue Aussichtsplattform am Königsstuhl auf Rügen, nehmen Formen an.
Foto: picture alliance/dpa

Es ist ein Millionenprojekt auf Rügen: Die neue Aussichtsplattform „Königsweg“ entsteht am bekanntesten Kreidefelsen der Insel, dem Königsstuhl.

Nun nimmt das Vorhaben auf Rügen Formen an: Mit einem symbolischen ersten Brennschnitt haben die Bauarbeiten an einem der aktuell spektakulärsten Bauprojekte in der Region begonnen. Schon im nächsten Jahr soll die Schwebebrücke für Besucher zugänglich sein.

Rügen: Bau der neuen Aussichtsplattform hat begonnen

Für die geplante Aussichtsplattform am Königsstuhl – einem der Wahrzeichen Norddeutschlands – hat in dieser Woche in Stralsund der Zuschnitt von Stahlbauteilen begonnen. Die Ostseestaal GmbH werde vor allem die Bodenplatten des Rundgangs fertigen, sagte ein Sprecher.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Künftig sollen Besucher des bekanntesten Kreidefelsens auf Rügen über einen Rundgang gehen können, der an einem starken Mast hängt und mehrere Meter freischwebend zum Kreidefelsen hinausragt.

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Konzipiert wurde ein barrierefreier Laufsteg mit rund 2,50 Meter Breite, der sich an der Kopfseite auf 3,50 Meter erweitert, so dass auf diesem Abschnitt die Besucher länger verweilen können. So soll der 118 Meter hohe Königsstuhl künftig geschont, die Aussicht aber erhalten bleiben.

Rügen: Königsstuhl soll ab Ende 2021 gesperrt werden

Laut Ostseestaal soll der ovale Rundgang 185 Meter lang sein. Die Stahlkonstruktion soll eine Traglast von 163 Tonnen haben und sich bis zu 1.100 Gäste gleichzeitig auf der Plattform aufhalten können.

Für den Bau komme spezieller Stahl zum Einsatz, der besonders widerstandsfähig gegen die Witterung an der Ostseeküste ist. Die bisherige Treppe zum Strand war 2016 in Teilen beschädigt und abgebaut worden.

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Der Bau soll im Sommer kommenden Jahres fertig sein. Besucher können laut Nationalpark-Zentrum Königsstuhl voraussichtlich ab Ende dieses Jahres nicht mehr auf den Königsstuhl.

Rügen: Insulaner fordern weiter Ersatztreppe

Das Nationalparkzentrum am Königsstuhl besuchen pro Jahr rund 300.000 Gäste. Die Stadt Sassnitz erhofft sich von der Aussichtsplattform neue Impulse für einen naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus.

Einheimische fordern derweil weiterhin einen Ersatzbau. Nationalpark und Landesumweltministerium hatten bisher einen Wiederaufbau der Treppe abgelehnt. Minister Till Backhaus (SPD) hatte in der Vergangenheit auf die zahlreichen Erdrutsche am von Erosion gefährdeten Königsstuhl und auf Unfälle verwiesen.

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Die Kosten des Projektes auf Rügen belaufen sich auf rund 7,9 Millionen Euro, wovon das Land das Vorhaben mit knapp 7,2 Millionen Euro unterstützt. (dpa/mk)