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Rügen: Dieser Ort auf der Insel spaltet die Menschen – „Gruselig“

Der „Koloss von Rügen“ ist wohl eine der bekanntesten Bauten auf der Ostsee-Insel – wenn nicht sogar die bekannteste. Das geplante „KdF-Seebad Prora“ auf Rügen spaltet seit Jahren Urlauber und Bewohner.Rügen: Prora-Blöcke noch immer unsaniertDer Koloss wurde zwischen 1935 und 1939 erbaut. 20.000 Menschen hätten in Prora über die nationalsozialistische Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF) […]

© IMAGO / Rolf Walter

Rügen

Fünf Fakten über die Insel

Der „Koloss von Rügen“ ist wohl eine der bekanntesten Bauten auf der Ostsee-Insel – wenn nicht sogar die bekannteste.

Das geplante „KdF-Seebad Prora“ auf Rügen spaltet seit Jahren Urlauber und Bewohner.

Rügen: Prora-Blöcke noch immer unsaniert

Der Koloss wurde zwischen 1935 und 1939 erbaut. 20.000 Menschen hätten in Prora über die nationalsozialistische Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF) Urlaub machen sollen. Doch dann kam der Krieg. Während des Krieges diente die Anlage als Ausbildungsort für Luftwaffenhelfer und ab 1944 der Wehrmacht als Lazarett.

Heute sind in Teilen der Anlage Ferien- und Eigentumswohnungen durch Privatinvestoren entstanden.

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Seit dem Jahr 2000 ist in dem gewaltigen Bau auch das Dokumentationszentrum Prora beherbergt. Das oberste Ziel der Ausstellung im Dokumentationszentrum ist es, mit den Mythen aus der propagandageschwängerten Zeit des brutalen Regimes unter Adolf Hitler aufzuräumen.

Immer wieder streiten Insulaner und Urlauber über die Bauten. Was soll passieren mit dem kleinen, unsanierten Teil der Mega-Anlage? Ein Altenheim oder ein Abriss sind unter den Vorschlägen der Rügen-Fans.


Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

Wie zweigeteilt liegt der Koloss vor einem. Links: alt, unsaniert, braun, hässlich. Rechts: frisch weiß gestrichen, kernsaniert, modern, bewohnt.

Prora Rügen
Das unsanierte und sanierte Gebäude in Prora. Foto: IMAGO / Dirk Sattler

Einige finden den linken Teil „gruselig“, wie eine Diskussion auf Facebook festhält. Ein „fürchterlicher Betonklotz“ sei das geplante „KdF-Bad“. Andere finden bemerkenswert, wie viel Geschichte in den Bauten stecke. Der Kontrast der beiden Gebäudeseiten stelle gut das Damals und Heute gegenüber.


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Rügen: Pläne für Block VI und VII

Während das Gebäude viel Wert für die deutsche Erinnerungskultur hat, haben viele auch persönliche Erinnerungen an die Bauten. Ein Mann erinnert sich zurück, hier während seiner Zeit bei der Bundeswehr viel Zeit verbracht zu haben. Andere berichten von Urlauben, die sie auf Rügen verbrachten und die sie an den Bauten vorbeiführten.

Doch so komplex die Vergangenheit des Koloss und die damit verbundenen Erinnerungen, so komplex auch die Frage: Was soll passieren mit den unsanierten Teilen der Anlage?

Im Frühjahr 2021 wurden nach langjährigen Bemühungen der Kauf und die Sanierung des Gebäudeteils „Kamm 7 und Liegehalle“ im Block V der Anlage von Prora vom Kabinett und Landtag Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Hier soll ein Bildungszentrum entstehen, direkt neben der Jugendherberge.

In den nie fertiggestellten Blöcken VI und VII möchte ein Investor zudem weitere Wohnungen bauen. Neben höherpreisigen auch welche mit dem „Kampfpreis einer Nettokaltmiete unter zehn Euro“, wie er der „Ostsee-Zeitung“ sagte.