Rügen hat einen unglaublichen Plan, doch der stößt auf Gegenwind – „Skandal ersten Ranges“

In Putbus auf Rügen gibt es einen krassen Plan (Symbolbild).
In Putbus auf Rügen gibt es einen krassen Plan (Symbolbild).
Foto: CHROMORANGE & picture alliance / arkivi

Ausnahmsweise geht es bei einem neuen Bauprojekt auf der Ostsee-Insel Rügen mal nicht um eine touristische Unterkunft, sondern um ein ehemaliges Wahrzeichen im Ort Putbus.

Das 1962 gesprengte Schloss soll, wenn es nach dem Förderverein Fürstliches Schloss zu Putbus geht, originalgetreu wieder aufgebaut werden. Doch nicht alle Einwohner auf Rügen halten das für sinnvoll.

Rügen: Imposanter Wiederaufbau geplant

Das Vorhaben ist imposant: Bei einem Wiederaufbau des Schlosses käme man auf 2.500 Quadratmeter überbaute Grundfläche, bis zu sechs Geschosse und geschätzte 144 Zimmer. Auch Ideen für die Nutzung gibt es bereits, diese hat der Förderverein in Abstimmung mit Insulanern gesammelt.

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„Ein Rügen-Museum wurde häufiger genannt, eine Musikschule, der Behördensitz eines Pommerschen Landschaftsverbands, ein Politiker konnte sich aber auch eine Schönheitsklinik vorstellen“, sagt der Vorstandsvorsitzende und Putbus-Experte Christian Bruhn zur „Ostsee-Zeitung“ (OZ).

Wiederaufbau auf Rügen soll 60 Millionen Euro kosten

Die Kosten sollen nach Schätzungen eines nicht näher genannten Baubüros aus Sellin bei etwa 60 Millionen Euro liegen. Finanziert werden soll das Vorhaben nach Vorstellung des Fördervereins durch Bund und Land, vielleicht auch EU und Stiftungen.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Außerdem soll ein Anteil von zehn Prozent durch Spenden finanziert werden. „Es gibt so viele Projekte, bei denen das schon funktioniert hat. Man könnte etwa einen Fonds auflegen“, sagt Diplomrestaurator Carlo Wloch der „OZ“.

Für die Idee des Wiederaufbaus soll es großen Rückhalt in der Bevölkerung von Rügen geben. „Es gibt keinen Widerstand“, so Bruhn. Doch ist das wirklich so?

Schloss auf Rügen wird kritisiert

Ein Leser der „OZ“ hält das Vorhaben „für eine Mischung aus Irrationalität und Größenwahn“. Die Idee eines Rügen-Museums hält er für „unsinnig und kontraproduktiv“.

Zwar sei ein solches Museum wichtig, aber: „Wenn nichts von Weltbedeutung gezeigt werden kann, werden auch die Besucher ausbleiben.“ Das wiederum könne dann zu Problemen bei der Deckung von Energie- und Personalkosten führen.

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„Als Investruine wäre das wiedererstandene Schloss ein Schildbürgerstreich und Skandal ersten Ranges, der auf Jahre deutschlandweit die Satire beschäftigen würde zum Schaden unserer Insel.“

Nicht nur Freude über Vorhaben auf Rügen

Doch das ist noch nicht alles. Ein anderer sorgt sich um den Putbusser Park. Er befürchtet, dass zu den 2.500 Quadratmetern Grundfläche noch „mindestens ein bis zwei Hektar weitere zugepflasterte Fläche“ kommen würden.

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Dies würde „dessen in sechs Jahrzehnten gewachsenes, traumhaft schönes Landschaftsbild völlig zerstören“. Außerdem befürchtet er „massiv wachsende Touristenströme“, die dann durch den Park fließen würden.

Man sieht also, dass es doch nicht nur Freude über das gewaltige Bauvorhaben auf Rügen gibt. Wie es damit weitergeht, bleibt abzuwarten. (mk)