Rügen: Große Verzweiflung auf der Insel! „Von Armut bedroht“

Sassnitz auf Rügen.
Sassnitz auf Rügen.
Foto: picture alliance / Zoonar

Nach dem Corona-Gipfel am vergangenen Montag war klar: Urlaub auf Rügen bleibt weiterhin nur eine Wunschvorstellung. Das frustriert nicht nur Urlauber, sondern auch die Vermieter von Ferienwohnungen, die finanziell vom Tourismus abhängen.

Dieses Schicksal wollen sie nicht hinnehmen: Rund 40 Vermieter von der Ostsee-Küste, darunter auch von Rügen, haben sich mit einer Klage ans Gericht gewandt. Sie wollen zu Ostern wieder Urlaubsgäste empfangen.

Rügen: Vermieter von Ferienwohnungen verzweifelt

Bereits vor einer Wochen haben sich rund 20 Kläger zusammengefunden, doch in den vergangenen sieben Tagen hat sich die Zahl verdoppelt, wie Rechtsanwältin Dr. Katja Kleist in einem Ergänzungsschriftsatz dem Oberverwaltungsgericht Greifswald mitteilte.

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„Unsere Telefone standen nicht mehr still“, sagte Oliver Roeber, Vermieter des Kutscherhauses in Sassnitz auf der Seite „Rügennews“. „Teilweise haben unsere Telefonate fast seelsorgerischen Charakter“ erzählt er weiter.

Viele Vermieter von Ferienimmobilien seien total verzweifelt und stehen vor dem Ruin, sind einfach pleite. Ein halbes Jahr ohne Einnahmen bei laufenden Ausgaben für Kredite und Betriebskosten hätten die Reserven vieler Vermieter aufgezehrt.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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„Die Coronapolitik der Regierung ruiniert Existenzen“, sagt Roeber, „wir haben Streitgenossen, die sind akut von Armut bedroht. Die haben zwar Vermögen auf dem Papier, aber davon können sich die Familien kein Brot kaufen“. Staatliche Unterstützung gebe es keine.

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Entscheidung für Rügen steht noch aus

„Die Bürger haben im Vertrauen auf eine beständige Rechtslage wirtschaftlich bedeutende Entscheidungen getroffen, sich Existenzen aufgebaut und über Jahrzehnte finanziell über Kredite gebunden und werden nun allein gelassen“ betont auch Anwältin Kleist.

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Sie fordert, dass die Gerichte nun als notweniges Korrektiv für die „verfehlte Politik“ wirken. Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes steht noch aus. Die kommenden Tage werden zeigen, wie man sich in Greifswald entscheidet. (lh)