Sankt Peter-Ording: Deutliche Warnung von der Küste! „Es ist saugefährlich“

In Sankt Peter-Ording suchen viele Urlauber nach besonderen Schätzen.
In Sankt Peter-Ording suchen viele Urlauber nach besonderen Schätzen.
Foto: imago/McPHOTO / Basti S.

Küsten-Fans bringen gerne Souvenirs vom Strand mit nach Hause. Ein besonders begehrter Strandfund ist Bernstein. Auch in Sankt Peter-Ording halten viele Urlauber die Augen nach danach offen.

Der Einheimische Basti S. hat allerdings in letzter Zeit eine beunruhigende Beobachtung gemacht: Immer mehr Menschen begeben sich in Sankt Peter-Ording nachts auf die Suche. Ein Unterfangen, das mitunter ganz schön gefährlich werden kann!

Sankt Peter-Ording: Immer mehr Menschen sind nachts an den Stränden

„Ich gehe ausschließlich nachts oder früh morgens an den Strand zum Bernsteine suchen, wovon ich aber unerfahrenen Gästen dringend abraten muss. Es ist nicht mit einer Taschenlampe getan, um dieses Hobby auszuüben“, erklärt der Mann.

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Denn auf jede Tour ist er immer penibel vorbereitet, was Wetter, Gezeiten und Strömungen angeht. Er habe immer eine 10-15 Kilogram schweres Equipment dabei, um für fast jeden Fall gerüstet zu sein.

„Deswege rate ich auch unerfahrenen Gästen oder Touristen von solchen Alleingängen bei Nacht dringend ab oder man sollte sich einen ortskundigen Führer suchen“, so Basti S. „Man darf niemals vergessen, dass es kein kleines Binnengewässer ist, was sich vorhersehen lässt. Was sich das Meer holt, behält es in der Regel auch“, mahnt er Gespräch mit MOIN.DE.

Sankt Peter-Ording: Eine Frage von Glück, Ausdauer und vielen Kilometern Fußmarsch

Er habe über die ganzen Jahre schon zwei Freunde verloren, die mal kurz abgelenkt waren. Abgelenkt bei der Suche nach Bernsteinen. Basti habe in letzter Zeit bemerkt, dass es immer mehr Menschen gebe, die an den Stränden nach Bernsteinen suchen.

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Das ist Sankt Peter-Ording:

  • Der Küstenort Sankt Peter-Ording liegt im Südwesten der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein.
  • Sankt Peter-Ording ist in vier Ortsteile gegliedert: Böhl, Bad, Dorf (Süd) und Ording. Dort leben insgesamt 3.997 Menschen.
  • Nach den Übernachtungszahlen ist Sankt Peter-Ording in Schleswig-Holstein das führende Seebad auf dem Festland.
  • 2019 zählte der Küstenort 1.617.211 touristische Übernachtungen.
  • Sankt Peter-Ording hat als einziges deutsches Seebad eine eigene Schwefelquelle und trägt daher die Bezeichnung „Nordseeheil- und Schwefelbad“.

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„Gestern Abend wurden wir von einem Paar angesprochen, ob wir zum Bernstein sammeln gehen. Die meinten, sie haben vier Stunden alles abgesucht und rein gar nichts gefunden. Wir sind dieselbe Strecke gelaufen und hatten immerhin 100 Gramm gefunden“ sagt Basti.

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Aber es gebe auch Phasen, an denen man über drei Wochen leer ausgeht. Bernstein finden kann jeder, aber es sei eine Frage von Glück, Ausdauer und vielen Kilometern Fußmarsch.

Sankt Peter-Ording: „Es ist wirklich saugefährlich“

Allen, die Bernstein suchen, empfiehlt der Mann: „Macht es auf jeden Fall tagsüber, wo die Chancen auf einen Fund fast genauso groß sind wie nachts. Die nächtliche Bernsteinsuche hat für mich einfach den praktischen Hintergrund, dass ich da alleine bin mit der Natur und dem Meer und abschalten kann. Natürlich gibt es fast täglich spektakuläre Sonnenauf-, und Untergänge oder andere tolle Naturschauspiele“, erzählt Basti.

Aber: „Es ist wirklich saugefährlich, wenn man nicht weiß, was man tut.“ Er selbst werde regelmäßig von Wetterphänomen überrascht. Wie beispielsweise an jenem Morgen, als plötzlich alles dunkel wurde. >>> Hier geht es zur ganzen Geschichte.

Denn Seenebel, der innerhalb von drei Minuten die Sicht auf unter einen Meter reduziert, macht ihm manchmal schwer zu schaffen. Ein weitere Gefahr sind Springfluten, die so gut wie nie vorhersehbar sind. Diese könnten unerfahrenen Gästen laut Basti ihr Leben kosten.

Sankt Peter-Ording: Kilo Kokain am Strand gefunden

Er selbst habe sehr vieles an den Stränden von Sankt Peter-Ording gefunden. Von schönen Bernsteinen bis hin zu gefährlicher Munition.

„Auch wenn wir an der Westküste relativ unbelastet sind in Sachen Kriegsaltlasten, sollte man bei größeren Metall-Gegenständen immer vorsichtig sein. Ich hatte vor vier Jahren beispielsweise auf einmal eine alte Panzermiene in der Hand. Genauso sollte man eigentlich alle angespülten Gegenstände mit Vorsicht behandeln.“

1995 schwamm mal ein Kilo Kokain vor seinen Füßen herum, welches er anschließend an die Polizei übergab. „Aber man kann auch auf Relikte aus früheren Zivilisationen stoßen. Ich habe auch mal eine Bernsteinperle gefunden, die vom Fachmann auf späte Steinzeit geschätzt wurde oder Spielwürfel aus Bernstein aus dem Wikingerzeitalter, was allerdings absolut selten ist“, freut sich Basti.

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Trotz seiner langjährigen Erfahrung sei es für ihn jedes Mal wieder aufs Neue eine Glückssache.

Sankt Peter-Ording: Basti hat immer eine Mülltüte dabei

Da neben Schätzen auch viel Müll an den Stränden liegt, bittet Basti alle Bernsteinsuchenden, noch eine kleine Mülltüte mitzunehmen und den angespülten Abfall einzusammeln.

„Das mache ich grundsätzlich so. Das lässt dann die ganzen Kilometer nicht umsonst erscheinen und tut unserem Weltnaturerbe einen riesigen Gefallen.“

Neben der aufregenden Suche noch etwas für die Umwelt tun. Hört sich doch ganz gut an. (oa)