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Sankt Peter-Ording (SPO) hat Angst vor „Versyltung“ – und geht dagegen an

Sankt Peter-Ording (SPO)

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Die Immobilienpreise in den Touristenorten an der Nordsee wie in Sankt Peter-Ording (SPO) sind in den vergangenen Jahren angestiegen.

Es ist kaum mehr möglich, eine bezahlbare Wohnung in Sankt Peter-Ording (SPO) zu finden. Dieses Phänomen hat von den Wohnungssuchenden und Einheimischen mittlerweile sogar eine eigene Bezeichnung bekommen. „Versyltung“ nennt sich das Problem, dass viele Menschen in den Urlaubsorten betrifft, besonderes Fachkräfte.

Sankt Peter-Ording (SPO) will kein zweites Sylt sein

In den vergangenen 20 Jahren entstanden immer mehr Hotels in Sankt Peter-Ording, doch der Wohnungsmarkt hat sich hingegen kaum entwickelt. Den Menschen im Ort macht das Angst. Sogar der Bürgermeister Jürgen Ritter befürchtet mittlerweile eine „Versyltung“.

Der Wohnraum sei das drängendste Problem für Sankt Peter-Ording, so Ritter. „Die Menschen, die nicht hier leben, fehlen uns. Dann ist es klar, dass das Dorf irgendwann ausblutet“, sagt er gegenüber dem NDR.


Daten und Fakten über Sankt Peter-Ording (SPO):

  • Sankt Peter-Ording (SPO) liegt im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein
  • Besonders die Mischung aus viel Strand, Meer und Dünen macht den Küstenort so beliebt
  • Sankt Peter-Ording (SPO) gehört zum Nationalpark Wattenmeer auf der Halbinsel Eiderstedt
  • Der Ort weist als einziges der deutschen Seebäder eine eigene Schwefelquelle auf und trägt daher die Bezeichnung „Nordseeheil- und Schwefelbad“

Viele Menschen, die in Sankt Peter-Ording arbeiten, wollen auch da wohnen. Aber die Mietpreise verjagen sie, ähnlich wie es auf der Nordsee-Insel Sylt passiert.

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Sankt Peter-Ording (SPO): Gemeinde handelt jetzt

Laut einer Studie, die 2018 in (SPO) durchgeführt wurde, braucht Sankt Peter-Ording bis zum Jahr 2035 etwa 500 Wohnungen zusätzlich. Aber der Bürgermeister erklärt, dass es aktuell an privaten Investoren mangele, die bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen. Doch die Gemeinde selbst könnte es lösen.

Sankt Peter-Ording (SPO)
Die Pfahlbau am Strand von Sankt Peter-Ording (SPO) an der Nordsee. Foto: picture alliance / imageBROKER | Wolfgang Diederich

„Eine Lösung könnte sein, das wir als Gemeinde einen Eigenbetrieb gründen – ein kommunales Liegenschaftsmanagement nach Sylter Model“, sagt Ritter.

„Wir können nicht in die Hände klatschen und es stehen 100 Wohnungen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber der Bürgermeister und die Politik haben es verstanden. Wir sind intensiv dran“, so der Bürgermeister.

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Sankt Peter-Ording (SPO): Erster Schritt gegen „Versyltung“

Im Ortsteil Böhl soll der Eigenbetrieb ein Neubaugebiet erschließen. Ursprünglich sollten dort freistehende Einfamilienhäuser entstehen – 140 Wohneinheiten für etwa 300 Menschen. Doch die Gemeinde will jetzt den Bebauungsplan erweitern auf Wohnungen für 500 Bewohner.


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Weil der Eigenbetrieb die Häuser und Wohnungen verwalte, könne man selbst bestimmen, wer den Zuschlag bekommt. Nämlich nur Menschen, die in Sankt Peter-Ording arbeiten.

Das wird das komplette Problem nicht lösen, es sei aber ein erster Schritt, so Ritter. Seine Pläne gegen die „Versyltung“ will er der Gemeindevertretung präsentieren. Dort ist man sich bereits fraktionsübergreifend einig, dass etwas passieren muss, berichtete der NDR.