Schleswig-Holstein: Alter Nazi-Club wird abgerissen – DAS haben die Nachbarn jetzt vor

In Neumünster, Schleswig-Holstein, wollen die Anwohner dieses Gebäude nur noch loswerden.
In Neumünster, Schleswig-Holstein, wollen die Anwohner dieses Gebäude nur noch loswerden.
Foto: Horst Pfeiffer/dpa

Neumünster. Es wird das gute Ende eines langen Kampfes sein: In Neumünster, Schleswig-Holstein, planen die Menschen eine Feier. Und zwar eine Abriss-Party im wortwörtlichen Sinn!

Es geht einem Gebäude an den Kragen, das den Menschen in Schleswig-Holstein schon lange ein Dorn im Auge ist.

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Schleswig-Holstein: Abrissparty geplant

Seit 18 Jahren steht in der Kummerfelder Straße der „Club 88“, in dem sich jahrelang eine berüchtigte Nazi-Kneipe befand. Da die Betreiber darauf achteten, dass dort nichts nachweisbar Verbotenes passierte, konnten die Behörden ihn nicht verbieten.

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Zum Ärger der Anwohner, die so gar keine Lust auf ständige Nazi-Treffen in ihrer Straße hatten. Häufig kam es zu (körperlichen) Auseinandersetzungen, berichtet die „Hamburger Morgenpost“ (Mopo).

Nazi-Club in Schleswig-Holstein sorgte für Wut

Doppelt unangenehm: Direkt gegenüber des Nazi-Clubs befindet sich eine Grundschule.

Immerhin gab die Besitzerin die Kneipe vor einigen Jahren auf. Eine Erleichterung für die Anwohner. Doch seitdem steht das schwarzgestrichene Gebäude nach wie vor da. Mit dem Namen in großen, weißen Buchstaben an der Fassade.

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„88“ ist dabei der Nazi-Code für „Heil Hitler“, weil das H der achte Buchstabe im Alphabet ist. So erinnerte der Clubname die Menschen in Neumünster nach wie vor permanent an die unschöne Vergangenheit der Kneipe.

Gebäude in Schleswig-Holstein muss weichen

Jetzt endlich gibt es Pläne, das Gebäude abzureißen. Noch dieses Jahr soll der Schandfleck verschwinden.

„Neumünster ist eine weltoffene Stadt. Nach der Schließung der Gaststätte im Jahr 2014 bedeutet der Abriss des Gebäudes jetzt, dass der lange Kampf gegen Rechtsextremismus in unserer Stadt Neumünster einen wichtigen Teilerfolg erzielt hat“, sagt Oberbürgermeister Olaf Tauras im Interview mit der „Mopo“.

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Die Anwohner werden das feiern. Auf dem Gelände der Grundschule gegenüber planen sie für Oktober ein kleines Fest mit Live-Musik. Der Eintritt soll gratis sein. (wt)