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Sylt: Großes Ereignis wirft seine Schatten voraus! Die Bagger rollen schon

Sylt
Veranstalter vom Open-Air-Festival Sylt sind enttäuscht, doch die Bagger rollen schon (Symbolbild). Foto: picture alliance / rtn - radio tele nord | rtn, ute strait

Es sollte das Comeback des Jahres sein, das Sylt-Open-Air. Nach zweijähriger Corona-Zwangspause findet das beliebte Sylter Festival wieder statt.

Doch die Veranstalter des Events auf Sylt sind unzufrieden. In den sozialen Medien werden jetzt die Gründe deutlich, doch die Bagger rollen schon.

Sylt-Open-Air: Aufbau im vollen Gange

Lange mussten Sylt-Liebhaber auf ihr Open-Air-Festival auf der Insel verzichten. Nach zwei Jahren Corona feiert die Veranstaltung ihr Comeback. Am Freitag, den 29. Juli, startet das dreitägige Event.

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Der Aufbau gestaltet sich schwierig. Der Grund ist die Insellage. Die gesamte Technik, Bühne und Absperrungen mussten mit dem Autozug nach Sylt transportiert werden. Bei einem Festival dieser Größe gestaltete sich das als Kraftakt. „Der Inselfaktor ist schon erschwerend wegen der Logistik. Wir kriegen nichts spontan auf die Insel“, erklärte der Produktionsleiter Markus Haupt gegenüber der „SHZ„.


Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

Auch gebe es aufgrund der Corona-Pandemie ein Personalproblem in der Veranstaltungsbranche. Für den Aufbau wurden Personen aus ganz Deutschland gebucht. Markus Haupt berichtet von der Umorientierung einiger ehemaliger Mitarbeiter. Das Team müsse sich deshalb erst mal wieder an die Abläufe gewöhnen, so der Produktionsleiter.

Veranstalter enttäuscht: „Zufrieden bin ich mit dem Vorverkauf nicht“

Zufrieden trotz Neuauflage nach der durch Corona bedingten Pause und nahezu reibungslosem Aufbau ist der Veranstalter Peter Kötting allerdings nicht. Gegenüber dem schleswig-holsteinischen Zeitungsverlag verriet er, dass von den erlaubten 9.000 Besuchern am Freitag nur rund 6.500 erscheinen werden, mehr Tickets wurden für den Tag nicht verkauft.

Bei den anderen Festivaltagen sieht es noch düsterer aus. Für Samstag werden nur knapp über 3.000 Gäste erwartet. Am Sonntag dann etwas mehr. Um die 4.500 Menschen hätten Tickets gekauft.

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Sylt-Open-Air: Das ist das Line-up

Dabei setzt das Sylt-Open-Air auf ein prominentes Line-up. Für Freitag sind die Stuttgarter Hip-Hop-Vorreiter Fanta 4 geplant. Samstag treten Tim Bendzko („Nur kurz die Welt retten“), Alle Farben („Bad Ideas“) und Gestört aber GeiL („Ich & Du“) auf. Highlight am Sonntag ist der Auftritt von Johannes Oerding, Freund von Hamburgs Kultstar Ina Müller.


Line-up des Sylt-Open-Air-Festivals:

  • Freitag, 29.07.: Beginn 18 Uhr – Fanta 4
  • Samstag, 30.07.: Beginn 15:30 Uhr – Gestört aber GeiL, MIA WEBER, Tim & Thaler, Alle Farben, Tim Bendzko
  • Sonntag, 31.07.: Beginn 18:30 Uhr – Johannes Oerding

Open-Air-Gäste bleiben aus: „Liegt definitiv an der Zeit“

Die Gründe für die Verkaufsflaute werden in den sozialen Medien heiß diskutiert. Ein Mann ist sich sicher, dass es definitiv an der aktuellen Lage liegt. Corona scheint die Menschen aufgrund der hohen Infektionszahlen davon abzuhalten, das Festival zu besuchen.


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„Nicht alles was erlaubt ist sollte man machen“, betonte eine Frau im Bezug auf das Infektionsrisiko. Sie machte deutlich, dass man von solchen „Durchseuchungsveranstaltungen“ lieber fernbleiben sollte.

Nach zwei Jahren Coronapause scheint es so, als würde wieder einmal die Pandemie einen Strich durch die Rechnung des Veranstalters machen. (msk)