Sylt: Mann macht schlimmen Fund am Meer – Warnung an alle Menschen

Urlauber und Einheimische auf Sylt sollten aufmerksam sein.
Urlauber und Einheimische auf Sylt sollten aufmerksam sein.
Foto: IMAGO / biky

Ziemlich traurige Entdeckungen hat es am vergangenen Wochenende auf der beliebten Urlaubs-Insel Sylt gegeben – und zwar gleich zwölf Stück davon.

Es handelt sich um tote Vögel, die ein Mann zwischen Westerland und Wenningstedt auf Sylt gefunden hatte. Er fragt sich, wie das passieren konnte – der Grund liegt wahrscheinlich in einem Problem, das in Schleswig-Holstein jetzt wieder verstärkt um sich greift.

Sylt: Zwölf tote Tiere

So schreibt der Mann auf Facebook: „Einen guten Morgen in die Runde. Nachdem ich gestern zehn dieser Möwen zwischen Westerland und Wenningstedt direkt an der Wasserkante verendet gefunden habe und heute Morgen weitere zwei in die andere Richtung, frage ich mich, was der Grund dafür ist.“

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Der Mann meldete den Fund laut eigenen Angaben beim Naturschutzbund (Nabu). „Solltet ihr welche finden, wären die für den Hinweis sehr dankbar, also gerne melden“, schreibt er an andere Sylt-Urlauber und Einheimische gerichtet. „Diese Vögel sind bedroht. Grund ist die Vogelgrippe“.

Bei den Tieren handelt es sich um Trottellummen. Die Vögel sehen aus wie fliegende Pinguine und sind laut Natuschutzbund reine Meeresvögel, die nur selten an Land kommen. In Deutschland brüten etwa 2.000 bis 2.500 Paare auf der Hochseeinsel Helgoland.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Sylt: Erste bestätigte Fälle im Kreis Nordfriesland

In Schleswig-Holstein wurden am Wochenende nach mehrmonatiger Pause die ersten Fälle von Geflügelpest bestätigt. Der Erreger des Subtyps H5N1 sei bei einem Wildvogel im Kreis Nordfriesland festgestellt worden, teilte das Landwirtschaftsministerium am Samstag in Kiel mit. Bei der erkrankten Pfeifente handelt es sich um den ersten Nachweis der Geflügelpest in Schleswig-Holstein seit Mitte Juni.

Es seien zudem weitere tote Vögel in geringer Anzahl und lokal begrenzt gefunden worden. Auch von ihnen wurden Proben für weitere Untersuchungen am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) entnommen. Weitere Nachweise seien deshalb möglich.

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Geflügelhalterinnen und -halter werden gebeten, ihre Tiere vor der Geflügelpest zu schützen und die Sicherheitsmaßnahmen kritisch zu prüfen. Damit soll der direkte und indirekte Kontakt vermieden werden. Auch beim Zukauf von Tieren sei Vorsicht geboten.

Für Privatpersonen rät die Bundesärztekammer übrigens, tote Wasser- und Greifvögel nicht anzufassen. „Es ist durchaus möglich, sich durch Federn von mit Vogelgrippe infizierten Vögeln anzustecken. Deshalb sollten in Gebieten mit Nachweis von Vogelgrippe keine Federn gesammelt werden.“

Sylt: 700 fälle in SH

Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Schleswig-Holstein ist besonders gefährdet, weil das Land ein wichtiges Vogeldurchzugsgebiet ist.

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Dem Ministerium zufolge ist das Geflügelpest-Geschehen 2020/2021 das „bislang größte, schwerste und am längsten andauernde Geschehen“. Seit der ersten Ausbrüche Ende Oktober 2020 wurde das Geflügelpestvirus demzufolge bis Mitte Juni 2021 bei rund 700 Wildvögeln in Schleswig-Holstein bestätigt.

Bundesweit war Schleswig-Holstein mit mehr als der Hälfte aller in Deutschland bestätigten Fälle am stärksten betroffen. In zehn kleineren sowie größeren Hausgeflügelhaltungen sei es zudem zu Ausbrüchen gekommen. Auch bei drei Seehunden war im Sommer der Vogelgrippe-Virus mit dem Subtyp H5N8 festgestellt worden.

Auch vor Sylt macht die Vogelgrippe nicht Halt – wie der aktuelle Fall zeigt. (rg/dpa)