Sylt: Menschen flüchten von der Nordsee-Insel – sie alle haben dasselbe Problem

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel

Sylt ist eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland. Wir haben fünf überraschende Fakten zur Insel gesammelt.

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Ohne sie geht auf Sylt nichts: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hotel und Gastronomie. Wären sie nicht dort, wäre Urlaub auf der Insel quasi unmöglich. Und Urlaub auf Sylt boomt.

Doch die Freuden des Urlaubs können diejenigen, die auf Sylt ihr Geld verdienen, nicht teilen. Sie haben zu kämpfen.

Sylt: Menschen können sich das Inselleben nicht mehr leisten

Mehrere solcher Menschen kommen in einem Beitrag in der NDR-Sendung „DAS!“ zu Wort.

Fast alle dieser Mitarbeiter der Sylter Gastronomie eint, dass sie sich das Inselleben nicht mehr leisten können. So auch Petra Kraft, sie ist Hausdame im Hotel „Benen-Diken-Hof“, zuständig für Haus und Personal.

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Geboren ist sie in Keitum, aber der Insel hat sie längst den Rücken gekehrt. „Wenn man hier was Eigenes haben möchte und deine Eltern haben hier nichts, dann kannste hier schlecht was kaufen“, sagt sie in dem „DAS!“-Beitrag.

Und die horrenden Mietpreise bewegen sich in Sphären, die ein Gastronomie-Mitarbeiter mit seinem Gehalt in Jahren nicht erreicht.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Also fliehen Arbeiter von der Insel. Und müssen fortan jeden Tag nach Sylt pendeln.

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7.000 Menschen kommen täglich nach Sylt, um dort ihr Geld zu verdienen. Fast alle über die Zugverbindung Hindenburgdamm – auch kein Vergnügen.

Die Züge sind dermaßen voll, dass einem während Corona Angst und Bange wird. Und dass sie mal pünktlich kommen, ist die Ausnahme. Lange Wartezeiten an Bahnhöfen gehören zum Pendler-Leben dazu.

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„Wenn wir so arbeiten würden, wie die Deutsche Bahn hier fährt“, sagt ein Pendler im NDR-Magazin, „ich glaube, wir würden alle entlassen werden. Die würden uns alle austauschen.“

Die einzige gute Nachricht, wenn man so will: Das mit dem Austauschen ist nicht so leicht. Denn geeignetes Personal, das gibt es auf der Insel kaum noch. Den Menschen fehlt das Geld zum Leben. (jds)