Sylt zieht Fazit nach dem ersten Wochenende mit Urlaubern – „Ordentlich gefüllt“

Auf Sylt dürfen wieder Übernachtungsgäste anreisen.
Auf Sylt dürfen wieder Übernachtungsgäste anreisen.
Foto: picture alliance/dpa

Die Freude ist groß – sowohl bei Sylt-Fans als auch bei touristischen Betrieben auf der Insel. Denn seit diesem Wochenende dürfen endlich wieder Übernachtungsgäste anreisen.

„Wir haben uns auf alles gefreut, auf die frische Luft hier, das leckere Essen und die Entspannung. Auf Sylt können wir gut runterfahren“, sagte Urlauberin Anja Messerschmidt wenige Stunden nach der Ankunft auf der beliebten Insel.

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Nachdem die Autozüge am frühen Sonnabendmorgen zunächst nur wenige Fahrzeuge auf die Insel gebracht hatten, wurde es am Mittag deutlich voller.

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„Beim Syltshuttle sind die Züge seit dem Vormittag bis zum späten Nachmittag voll ausgelastet. Es gibt eine Wartezeit von zwei Stunden in Richtung Westerland“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Auch der blaue Autozug des privaten Bahnkonzerns Railroad Development Corporation (RDC) erreichte Sylt mit deutlich mehr Autos auf den Verladedecks.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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„Wie erwartet ist die Anreise zur Mittagszeit sehr lebhaft“, sagte RDC-Sprecherin Meike Quentin. Grund dafür sei auch die Ausgangssperre in Gebieten mit einer hohen Inzidenz: Autofahrer, die sonst die Nacht für ihre Anreise genutzt hätten, konnten nun erst um 5.00 Uhr starten.

Sylt: „Fährten sind ordentlich gefüllt“

„Unsere Fähren sind jetzt am Mittag ordentlich gefüllt, Plätze sind aber noch frei“, sagte Tim Kunstmann, Geschäftsführer der FRS Syltfähre, die zwischen Sylt und der dänischen Nachbarinsel Römö pendelt.

Die Fahrgäste kämen aus ganz Deutschland, darunter Menschen aus Köln, Duisburg, Wolfsburg sowie Kassel. Regelmäßig landeten am Sonnabend zudem Privatflugzeuge auf dem Inselflughafen im Ort Tinnum.

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Am Fähranleger in Dagebüll warteten am Sonnabend zahlreiche Autofahrer und Autofahrerinnen, um auf die nordfriesischen Inseln Föhr und Amrum zu fahren. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) hatte sich auf einen Gästeansturm vorbereitet und wieder mehr Fahrten zu Sylts Nachbarinseln angeboten.

Touristen in Nordfriesland müssen sich jetzt alle 48 Stunden testen lassen. Wer innen in Restaurants Platz nehmen will, muss ein maximal 24 Stunden altes, negatives Test-Ergebnis vorweisen.

Sylt: Ministerpräsident Daniel Günther forderte schnelle Regelung

Im Parkhotel Residenz in St. Peter-Ording checkten nach einer langen Corona-Pause die ersten Gäste ein: „Der Start heute ist relativ entspannt, in den kommenden Tagen geht es dann richtig los“, sagte eine Mitarbeiterin.

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderte eine schnelle Regelung für Hotelöffnungen in Deutschland. Beherbergungsbetriebe seien keine Treiber der Corona-Pandemie, sagte Günther dem „Tagesspiegel“ (Sonntag).

Mit Blick auf die vom Bund geplante Verordnung zu mehr Freiheiten für Geimpfte, sagte er, Familien könnten künftig mit einer Mischung aus Impfnachweis der Eltern und Testnachweis älterer Kinder zum Beispiel Urlaub in Hotels an der Nordsee machen.

Nordfriesland ist eine von vier touristischen Modellregionen in Schleswig-Holstein. Die Projekte sollen zunächst einen Monat dauern mit der Option auf Verlängerung. In der Schleiregion und Eckernförde läuft das Modell bereits, Büsum und die Lübecker Bucht sollen folgen. (dpa/oa)