Usedom: Erstaunlicher Fund auf der Insel – er widerlegt einen 175 Jahre alten Irrtum

In Heringsdorf auf Usedom ist es aktuell eher ruhig.
In Heringsdorf auf Usedom ist es aktuell eher ruhig.
Foto: imago images/penofoto

In der Zeit, als Urlaubserinnerungen noch nicht digital festgehalten werden konnten, musste Zeichenpapier herhalten. Genau solche Werke haben Kunsthistoriker in einem privaten Nachlass auf Usedom gefunden.

Auf den zwölf Zeichnungen ist der beliebte Urlaubsort Heringsdorf auf Usedom zu sehen. In der Signatur der Bilder verbirgt sich eine Überraschung, die ein 175 Jahre altes Irrtum widerlegt.

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Usedom: Bekannter Künstler war eine Frau

Der Ort Heringsdorf zählt bereits seit dem 19. Jahrhundert zu den beliebtesten Ausflugs- und Urlaubszielen im Norden des Landes. Die Motive, die Touristen auf der heutzutage mit dem Smartphone oder der Kamera festhalten, wurden vor rund 175 Jahren noch mit dem Stift zu Papier gebracht.

Die zwei Dutzend jüngst entdeckten Bleistiftzeichnungen und Pastelle aus den Jahren 1840 bis 1853 bilden verschiedene Szenen des beliebten Erholungsortes ab. Sie dienten als Vorlage zu den ältesten bekannten Lithografien von Heringsdorf, wie der „Spiegel“ berichtet. Auch Fotos, Briefe und andere Dokumente lagen dem Fund bei.

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Daraus geht hervor, dass die Bilder ein großer Irrtum umgibt. Bei dem Urheber, der auf den Zeichnungen bisher nur mit W. v. Schack betitelt war, handelt es sich nämlich um eine Frau.

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck

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Da weiblichen Künstlerinnen zu dieser Zeit kaum Bedeutung beigemessen wurde, war man bisher davon ausgegangen, dass es sich bei dem Zeichner um einen Mann handelte.

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Stattdessen hielt die junge Adlige Wilhelmine von Schack aus Berlin ihre Erinnerungen an den Urlaub für die Gegenwart fest.

Adlige zeichnet das einstige Heringsdorf

Wie der „Spiegel“ berichtet, waren vor allem Künstlerinnen mit adeliger Herkunft in der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht gern gesehen. Der ihnen nachgesagte Lebensstil drohte, die Ehre der Familie zu verletzen. Auch Wilhelmine von Schack versuchte, ihre Leidenschaft mit der Verwendung einer Abkürzung zu verstecken.

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Obwohl bereits in den 1820er Jahren die ersten Urlauberunterkünfte in Heringsdorf erbaut wurden, zeigen die Zeichnungen der Künstlerin einen idyllischen, ursprünglichen Ort mit Bauernhöfen, Fischerhütten und Logierhäusern.

Auch das berühmte Säulenhaus, in dem Theodor Fontane das Mädchen kennengelernt haben soll, das ihn zu seiner Romanfigur Effi Briest inspirierte, hat von Schack abgebildet.

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In den darauffolgenden Jahren blieb die Adelstochter ihrer künstlerischen Passion treu und fertigte weitere Zeichnungen an. Sie starb 1853 im Alter von 26 Jahren kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes. (mik)