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Usedom: Kühles Nass und heiße Stoffe! Hobby-Sammler sorgt mit irrer Ausstellung für Aufsehen

Auf Usedom können Urlauber allerhand bestaunen. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt auch eine skurrile Ausstellung.

© IMAGO / Leo , IMAGO / Zoonar

Usedom: Woher die Insel ihren Namen hat

Nach Rügen ist Usedom die zweitgrößte Insel Deutschlands. Die Insel an der Pommerschen Bucht hat 76.500 Einwohner. Sie ist zum Großteil Deutsch, jedoch ist auch ein Teil im Osten von ihr bereits polnisch. Gelegen an der Ostsee ist sie ein absoluter Touristenmagnet.

Der Sommer lässt die Temperaturen in die Höhe schnellen. Mit Beginn der Ferien tummeln sich zahlreiche Touristen an den Stränden von Usedom. Wer sich erst noch auf den Weg in die Ostsee-Region macht, kommt an einem Punkt nicht vorbei: Kofferpacken.

Viele finden diesen Schritt ehe es in den Urlaub geht lästig. Immer wieder vergisst man etwas oder hat zumindest das Gefühl, etwas wichtiges Zuhause gelassen zu haben. Da bleibt schon einmal der Sonnenhut oder Strand-Look liegen. Wer sich allerdings für Bikinis und Co. interessiert, ist auf Usedom an der richtigen Adresse.

Usedom beherbergt kuriose Sammlung

Ob auf Sylt, den Ostfriesischen Inseln, Rügen oder Usedom: Strände sind voll von Urlaubern, die Sonne und Meer genießen. Bademode gehört zum Strand wie der Sand, findet auch Sammler Jürgen Kraft auf Usedom.

Der „Goldene Réard“ auf Usedom – diesen Traum würde Jürgen Kraft nur zu gerne Wirklichkeit werden sehen. Was würde besser als Ausstellungsstück zu den Seebädern hier passen als der legendäre goldene Bikini des Bikini-Erfinders Louis Réard aus dem Jahr 1948? Er gilt als der historisch wertvollste Bikini der Welt. Der 60-jährige Kraft ist eigentlich Fahrlehrer im Seebad Ahlbeck auf Usedom, aber bekannt ist er durch seine 30 Jahre andauernde Leidenschaft für das Sammeln historischer Bademoden. Schon jetzt hat er eine beachtliche Kollektion, ein kleiner Teil ist in der Erlebnisausstellung „Die wunderbare Welt des Badens“ im Korbwerk in Heringsdorf zu sehen.

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Der „Goldene Réard“ ist aber nicht darunter. Das kostbare Exponat ist im Besitz des BikiniARTMuseums (BAM) in Bad Rappenau (Baden-Württemberg). „Aber es gibt doch eine Chance, dass er in einer Ausstellung temporär an die Ostsee kommt und vielleicht sogar auf die Insel Usedom“, sagt der Kraft, der als Kurator mit dem Museum verbunden und dort Mitglied der Foundation ist. Derzeit reisten Vertreter des BAM durch Deutschland auf der Suche nach einer geeigneten Ausstellungsfläche. „Vom 21. bis 25. Juli sind sie auf Usedom.“

Usedom mit Hollywood-Charme?

Dass sich Kraft so für die Bademoden und die Historie der Kaiserbäder interessiert, hat für ihn viel mit der Identität der Region zu tun: „Der Gast will doch die Tradition und das Brauchtum der Bäder hier oben sehen. Alte Strandkörbe, alte Fotos und die Bäderarchitektur.“ Die Badekultur sei ein Aushängeschild für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern, sagt der gebürtige Sachse, der Mitte der 80er dem Charme der Ostsee erlag und auf die „Sonneninsel Usedom“ zog.


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Bademoden sind international und der Usedomer Sammler hofft, dass es nicht nur der „Goldene Réard“ als Design-Bikini-Ikone und Ausstellungsstück irgendwann mal bis zur Ostseeküste schafft. Das BAM erwarb kürzlich bei einer Auktion für 27 500 Dollar auch den knallroten Badeanzug von Pamela Anderson aus der Kult-Serie „Baywatch“. Der hängt nun im Museum neben der Original-Badehose von „Baywatch“-Kollege David Hasselhoff. Und Kraft ist sicher: „Die würden sich bei einer Ausstellung an der deutschen Küste sicher nicht nur die am Strand eingesetzten Rettungsschwimmer der DLRG anschauen.“