Hamburg: Weihnachtsgeschäft geht katastrophal zu Ende – „Hat den Leuten Angst gemacht“

Schnee im Norden: Verkehrschaos und Sturmflutgefahr

Schnee im Norden: Verkehrschaos und Sturmflutgefahr

Tief "Tristan" hält den Norden in Atem. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen sorgt der Wintereinbruch für Verkehrschaos. An der See herrscht Sturmflutgefahr.

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Auch in Hamburg sind die Veränderungen durch die Corona-Pandemie enorm. Gastwirte sehen sich gezwungen aufzugeben, Tausende Menschen arbeiten von zu Hause aus und auf Weihnachtsmärkten herrschte Frust, nachdem Bürgermeister Tschentscher als Erster auf 2G gesetzt hat.

Besonders hatte es in Hamburg zuletzt die Betreiber von Weihnachtsmärkten getroffen, doch auch für viele Einzelhändler blieb wertvoller Umsatz aus. Einige Händler sind nun endgültig am Limit – und klagen den Senat an.

Hamburg: Corona-Politik in der Kritik

„Hamburgs Bürgermeister hat den Leuten mehr Angst gemacht“. So lautet das Fazit von Jürgen Weitz, dem Betreiber des gleichnamigen Handeslhauses.

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Wie er im „Hamburger Abendblatt“ berichtet, sind die Umsätze in seinen Filialen im Alstertal-Einkaufszentrum sowie am Neuen Wall in der Hamburger Innenstadt massiv eingebrochen.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Um etwa 25 Prozent sei der Umsatz zurückgegangen, im Vergleich zum Jahr 2019. Weitz verkauft Porzellan und Küchenzubehör – eigentlich Waren, die auch im Home-Office gut zu gebrauchen sind.

Anfangs sei er noch optimistisch gewesen, offenbart er, doch im November sei die Zahl der Kunden schlagartig zurückkgegangen. Den Verlust an Kundschaft führt er auf den unterschiedlichen Umgang mit der Pandemie der einzelnen Bundesländer zurück.

Neben der Kritik am Föderalismus innerhalb der Bundesrepublik sieht er aber vor allem in Peter Tschentscher in der Verantwortung. „In unserem Geschäft in Hannover lief es besser“, sagt er.

Mieses Weihnachtsgeschäft

Vom Weihnachtsgeschäft enttäuscht zeigt sich auch Nils Hartfelder, der in Hamburg sechs Spielzeugläden betreibt. Im Vergleich zu 2019 musste er einen Umsatzeinbruch von 30 Prozent hinnehmen.

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Desillusioniert zeigt auch er sich vom Hamburger Senat: „In Schleswig-Holstein waren die Regeln moderater“.

Der Spielwaren-Verkäufer leidet zudem unter höheren Personalkosten, hier seien die kosten um 15 bis 20 Prozent gestiegen, da Mitarbeiter zusätzlich zum Tagesgeschäft die Kontrollen der Impf- und Personalausweise an den Eingängen kontrollieren müssten.

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Etwas moderater tadelt Sabine Falkenhagen, Betreiberin der gleichnamigen Hutmanifaktur den Hamburger Senat – dabei musste sie auf die Hälfte ihrer Einnahmen verzichten.

Corona sei nicht das einzige Problem, schildert sie gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. Zusätzlich seien viele Baustellen in der Hansestadt ein großes Problem. Viele Kunden berichteten, das Ladengeschäft sei einfach nicht zu errreichen.

Die Rettung für Falkenhagen sei das Online-Geschäft gewesen, dort stiegen die Verkäufe während der Pandemie an.

Großteil der Hamburger Händler nicht zufrieden

Insgesamt sind allerdings drei Viertel der Hamburger Händler nicht zufrieden mit den aktuellen Enwicklungen und Maßnahmen.

Der Präsident des Handelsverbands Nord, Andreas Bartmann, zieht gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ eine erschreckende Bilanz: „Mehr als 75 Prozent der Unternehmen sind mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden“.

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Im Schnitt seien gegenüber dem Jahr 2019 ein Drittel der Einnahmen im Non-Food-Bereich weggefallen. Der Verband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels Nord hat deshalb eine klare Forderung: „Mehr Augenmaß und weniger Symbolpolitik“ bei den Corona-Maßnahmen des Senats.

Dazu sieht er den Wettbewerb durch die Einschränkungen verzerrt, obwohl sich „der stationäre Einzelhandel hat sich seit Ausbruch der Pandemie mit umfangreichen Hygienekonzepten verantwortungsvoll verhalten“ habe.

Bürgermeister Peter Tschentscher bekommt aktuell aus mehreren Richtungen massiven Gegenwind. (>>> hier mehr lesen) Ob der Senat die Wogen zukünftig glätten kann? (wip)