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Coronavirus in Hamburg: Eine Woche nach Lockerungen ziehen Geschäfte erschreckende Bilanz – „Reicht nicht zum Überleben“

Hamburg
Hamburg: Die Läden sind offen, der Kundenansturm bleibt aus. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg. 

Trotz Corona öffnet Hamburg sich langsam. Seit rund einer Woche dürfen Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder verkaufen.

Der gewünschte Ansturm auf die Läden in Hamburg bleibt aber aus. Sollten weiterhin so wenig Kunden zum Einkaufen kommen, sieht es für den Handel düster aus.

Hamburg: Handel kämpft ums Überleben

Auch die Europa-Passage zieht nach der ersten Woche Lockerungen eine erschreckende Bilanz.

Die aktuellen Besucherzahlen „reichen nicht aus, dass damit der Handel in der Innenstadt überleben kann“, sagt Center-Manager Jörg Harengerd.

Leere Innenstadt

Nicht mal ein Drittel der üblichen Kundenanzahl erreicht die Europa-Passage zurzeit. Hat das Einkaufszentrum früher 68 000 Besucher pro Tag gezählt, sind es momentan 20 000 – zu wenig, um überhaupt die laufenden Kosten zu decken.

Harengerd beobachtet seit Ausbruch der Corona-Virus eine leere Innenstadt: „Die Leute gehen nicht auf die Arbeit und Touristen fehlen komplett.“ Beide Gruppen machen einen Großteil der Kunden aus.

Fehlender Umsatz nicht mehr nachzuholen

Außerdem spürt er, dass die ungewisse Situation eine zurückhaltende Kaufhaltung auslöst. Für die einzelnen Geschäfte lohne sich zwar jeder Euro Umsatz, zum Überleben sei es aber schlicht nicht ausreichend.

„In manchen Branchen sind die fehlenden Einnahmen schon jetzt nicht mehr nachzuholen“ , sagt Harengerd. Besonders die Gastronomen stehen vor einer gewaltigen finanziellen Hürde.

Hygiene-Konzept soll Sicherheit bringen

Die Europa-Passage habe vor der Wiedereröffnung ein umfassendes Hygiene-Konzept auf den Weg gebracht.

Trotzdem herrsche Bedenken bei den Kunden. Harengerd hofft, dass sich das jetzt ändert: „Durch die Masken trauen die Menschen sich vielleicht, wieder mehr rauszugehen.“

Kunden erhalten Masken am Eingang

Am Eingang gibt es ab dieser Woche Einlasskontrollen. Für Kunden ohne Mundschutz stellt die Europa-Passage kurzlebige Papp-Masken zur Verfügung, um zumindest einen kurzen Einkauf zu ermöglichen.

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„Wir müssen diesen Drahtseilakt überstehen, damit es die Händler von heute auch morgen noch gibt“, mahnt der Center-Manager.