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CSD in Hamburg: Buntgekleidete Menschen ziehen durch die Stadt – und machen klare Ansagen

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Warum die Stadt so einzigartig ist

Traditionell am ersten Samstag im August zieht die Parade des Christopher Street Day (CSD) auch in diesem Jahr wieder durch die Innenstadt von Hamburg.

In diesem Jahr wollte der Pride auf wieder wachsende Gewalt gegen die queere Community hinweisen. Knapp 250.000 Menschen waren dafür zum CSD nach Hamburg gekommen.

CSD in Hamburg: 250.000 Menschen versammeln sich

Make-up, Shirts, Strümpfe in Regenbogenfarben: Überall in Hamburg spielte im Rahmen der Demo zum Christopher Street Day die farbenfrohe Flagge eine Rolle, die mit ihren sechs bunten Streifen als Symbol der queeren Community gilt.

Nach zwei Jahren mit pandemiebedingten Einschränkungen sind am Samstag nach Angaben der Veranstalter rund 250 000 Menschen durch die Hansestadt gezogen. Von der Polizei gab es bis zum Abend noch keine Angaben zur Beteiligung.

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„Wir sind super zufrieden und unbeschreiblich glücklich“, sagte der Sprecher des veranstaltenden Vereins Hamburg Pride, Manuel Opitz.


Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

Das Bedürfnis der Menschen, wieder auf die Straße zu gehen und sich lautstark für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz einzusetzen, sei riesengroß gewesen. Sonne und 20 Grad sorgten für ausgelassene Stimmung. Viele der Teilnehmer trugen aufwendige Kostüme und schräge Perücken. Auf Protestschildern waren Sprüche wie „Gay okay“ und „Homophobie ist kacke“ zu lesen.

CSD in Hamburg: So viele Gruppen wie noch nie

Es hätten sich so viele Gruppen angemeldet wie noch nie. Insgesamt 82 Gruppen, darunter auch Vereine wie der FC St. Pauli und politische Parteien, zogen auf einer rund vier Kilometer langen Strecke durch die Hamburger Innenstadt. Teil des Demozugs waren auch 30 Trucks, auf denen DJs auflegten, die mit ihrer Musik nicht nur die Feierwütigen auf den Wagen, sondern auch Passanten am Straßenrand zum Tanzen brachten.

Hamburg
In Hamburg findet Foto: Maen Gesmati

Startpunkt war die Lange Reihe im Stadtteil St. Georg, Endpunkt der Jungfernstieg. Um sich solidarisch zu zeigen, hatten einige Geschäfte und Anwohner entlang der Route Regenbogenfahnen und bunte Ballons an Fenster und Balkone gehängt.

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Eröffnet wurde die Demonstration unter anderem von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und dem Queer-Beauftragten der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), mit einem lauten Knall: Mit Konfettikanonen schossen sie bunte und glitzernde Papierschnipsel in die Luft. „Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität benachteiligt wird. Das gilt in Hamburg am Christopher Street Day und allen anderen 364 Tagen im Jahr“, sagte Tschentscher.

„Beim Kampf um gleiche Rechte und Akzeptanz sind wir weit gekommen, aber noch längst nicht weit genug“, sagte Lehmann. Deswegen sei auch das diesjährige Motto der CSD-Parade wichtig. Es lautete: „Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt“. „Jeden Tag gibt es mindestens drei Angriffe gegen queere Menschen, die Dunkelziffer ist deutlich höher. Das macht mich traurig und wütend“, so der Queer-Beauftragte.


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„Die queere Community kann sich auch in Hamburg auf offener Straße längst nicht immer sicher fühlen und wir sind nicht bereit, diese Entwicklung hinzunehmen“, sagten die Co-Vorsitzenden des Vereins Hamburg Pride, Nicole Schaening und Christoph Kahrmann. Deswegen fordere man von der Politik mehr Maßnahmen, um die Community vor Hass und Gewalt zu schützen.

Hamburg
Der Christopher Street Day (CSD) in Hamburg. Foto: Maen Gesmati

CSD in Hamburg: Politiker und Promis schließen sich der Parade an

Neben namhaften Politikern waren auch Promis wie Erotikmodel Micaela Schäfer, Modeunternehmerin Claudia Obert und Schauspielerin Yvonne Woelke auf der Demo vertreten. „Ich war schon auf zig CSD-Demos, halte es aber immer noch für wichtig, hier dabei zu sein“, sagte Schäfer. Sehr zur Freude von Katharina Fegebank, die unbedingt ein Foto mit den Reality-TV-Stars machen wollte.

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Für das CSD-Finale sollte sich das Geschehen nach der Demonstration in den Stadtteil St. Pauli verlagern. Dort wartet mit dem Pink Pauli Festival die laut Veranstaltern größte CSD-Abschlussparty, die es jemals in Hamburg gab. In insgesamt 15 Locations sollte auf der Reeperbahn bis tief in die Nacht gefeiert werden, etwa mit Dragqueen Olivia Jones.

Der Christopher Street Day wird weltweit gefeiert. Die Bewegung geht auf Ereignisse im Juni 1969 zurück, als Polizisten in New York eine Bar in der Christopher Street stürmten und so einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transmenschen auslösten. (dpa/kl)