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Hamburg: Diese Frau wohnt 1.900 Kilometer vom Krieg entfernt – trotzdem bekommt sie ihn täglich zu spüren

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Tagtäglich bekommt die Modedesignerin Ella Deck die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine zu spüren. Und das, obwohl sie in Hamburg und damit weit entfernt ist. Foto: imago images / Michael Wigglesworth

Kaum jemanden lässt es kalt, was gerade in der Ukraine passiert. In Hamburg gibt es ebenfalls viele, die direkt von den schlimmen Geschehnissen betroffen sind.

Wie auch Modedesignerin Ella Deck, die Cousine von Christine Deck, die früher Profi-Tänzerin bei der RTL-Show „Let’s Dance“ war. Ella Deck gehört ein exklusives Modegeschäft am Lehmweg in Hamburg, in dem auch Promis wie die Sängerin Jasmin Wagner gelegentlich vorbeischaut.

Sie bietet sogenannte Anlass-Kleidung: Abendkleider, Cocktailkleider, Brautmoden und eine Business-Kollektion. Auch die beliebte VOX-Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“ wurde schon bei ihr gedreht.

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Hamburg: Große Sorge um Geschäftspartner

Doch im Moment ist von ihrer Fröhlichkeit nichts zu spüren. Denn Ella Deck sorgt sich um ihre Geschäftspartner in der Ukraine, zu denen sie enge persönliche Kontakte pflegt.

„Sie arbeiten bei einer großen Firma, die weltweit Kleider liefert“, sagt sie im Gespräch mit MOIN.DE. „Wir arbeiten immer sehr gut zusammen. Wir telefonieren, aber haben uns auch immer mal wieder auf den Bekleidungsmessen getroffen. Es ist ganz schlimm, in welcher Situation sie gerade sind. Ich empfinde große Trauer und weine mit ihnen.“

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Ella Deck kommt kaum zur Ruhe. „Mein Telefon steht nicht still“, erzählt sie. „Mich rufen viele Leute an, auch die Medien. Aber es fällt mir schwer, Statements abzugeben. Mein Statement findet man auf Instagram. Damit sage ich alles aus, wie ich mich gerade fühle.“

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Mit ihren Geschäftspartnern verbindet sie nicht nur berufliches, sondern auch dieselbe Sprache. Ella Deck stammt eigentlich aus Kirgisistan, wo sie geboren wurde und ihre ersten Lebensjahre verbrachte.

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Ihr Vater ist Russe, die Mutter eine Deutsche. In jungen Jahren kam sie nach Hamburg. Russisch ist ihre Muttersprache, weshalb sie sich so gut auf Russisch mit ihren Bekannten in der Ukraine verständigen kann.

Jetzt muss sie sich ganz auf ihre eigene Kollektion fokussieren. „Zum Glück sind noch alle bestellten Waren in Hamburg eingetroffen, so dass meine Kundinnen nicht unter Lieferschwierigkeiten leiden müssen.“ Die studierte Designerin, die ihr Diplom in Hamburg machte, kauft weltweit ausgewählte Kollektionen hinzu. Lediglich 30 Prozent ihrer Ware bezog sie bisher aus der Ukraine.

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„Sie produzieren neben meiner eigenen die schönsten Kleider meiner Gesamtkollektion“, erzählt Ella Deck. „Im Bereich Strandhochzeiten sind sie besonders stark. Sie transportieren eine unglaubliche Leichtigkeit und treffen immer den Zeitgeist perfekt. Außerdem liefern sie immer eine tolle Qualität.“

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Natürlich sind ihr diese Kontakte beruflich wichtig, aber die Menschen sind ihr noch mehr ans Herz gewachsen. „Eigentlich wollten wir uns auf der Hochzeitsmesse wiedertreffen. Sie ist für Mai in Düsseldorf geplant“, erzählt Ella Deck und fügt traurig hinzu: „Jetzt weiß ich gar nicht, ob sie dorthin kommen können. Es ist alles so furchtbar.“