AEZ in Hamburg: Hans Meiser zu Gast – und verrät, welche Nordsee-Insel er gar nicht leiden kann

Bea Swietczak
Hans Meiser moderiert im Alstertal Einkaufszentrum (AEZ) in Hamburg.
Hans Meiser moderiert im Alstertal Einkaufszentrum (AEZ) in Hamburg.
Foto: picture alliance / AAPimages / Timm | AAPimages / Timm / IMAGO / Horst Galuschka

Aus seiner Wahlheimat Scharbeutz reist er am Wochenende nach Hamburg ins Alstertal Einkaufszentrum (AEZ). Er ist ein Urgestein und einer der ersten Moderatoren und Anchormen im privaten Fernsehen. Bei RTL arbeitete Hans Meiser (75) viele Jahre lang, nachdem er seine Karriere 1970 im Hörfunk begonnen hatte. Zu seinen Highlights gehört eine Reportage aus dem Buckingham Palast, in der er Mitglieder der königlichen Familie traf. Sein Team war das erste eines deutschen Privatsenders, dem Prinz Philip (†99) die Pforten öffnete.

Obwohl der TV-Dino seine Schäfchen längst im Trockenen hat, arbeitet er freischaffend. Und das mit großer Leidenschaft. An diesem Sonntag (3. April) moderiert er im AEZ in Hamburg ein Benefiz-Event zugunsten von Lebensherbst e.V. und Geflüchteten aus der Ukraine, zu dem sich etliche Promis angekündigt haben. MOIN.DE sprach vorher mit ihm.

Hans Meiser bei Benefiz-Event im Alstertal Einkaufszentrum (AEZ) in Hamburg

MOIN.DE: Sie leben in Scharbeutz an der Ostsee. Was zieht sie zwischendurch nach Hamburg?

Hans Meiser: Immer, wenn ich meine Enkelkinder in Hamburg vom Zug abhole, fahre ich schnell rüber. Kürzlich empfahl mir mein Schwiegersohn einen Herrenausstatter, den ich aufsuchte. Da fand ich zwar nichts, aber trank gemütlich meinen Kaffee und fuhr wieder zurück.

Ich bin sehr wasseraffin und habe nicht nur den Allerweltsbootsführerschein, sondern richtige Schiffspatente, weshalb mich Hamburg magisch anzieht. Wenn ich noch mal auf die Welt komme, dann als Kapitän auf einem Kreuzfahrtschiff. Hamburg ist wirklich das Tor zur Welt. Wenn ich hier mein Boot zu Wasser lasse, dann kann ich bis nach Honolulu oder Shanghai schippern.

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Was ist an der Ostsee so sexy?

Dass es nicht Sylt ist. Die Sylter halten sich für die Tollsten. An der Ostsee sagen die Leute: Hier ist alles viel feiner und schöner. Ich habe ein großes Wohnmobil und fahre mit meiner Frau gern die Küste an der Ostsee hoch, aber auch mal hinüber an die Nordsee. Ich möchte gern über einen Irrglauben aufklären. Wenn einer sagt, die Ostsee sei eine Badewanne, dann möge er sich sein Schulgeld zurückgeben lassen. Die Ostsee kann richtig heftiges Wasser haben.

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Das ist Hans Meiser:

  • Hans Meiser wurde 1946 in Bad Rothenfelde geboren.
  • Schon als 15-Jähriger jobbte er beim Hörfunk.
  • Nach dem Abi studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Stuttgart, schloss aber nicht ab.
  • 1970 begann er als Moderator beim Hörfunk.
  • Später wurde er bei RTLplus „Mann der ersten Stunde“ beim Start des Privatfernsehens.
  • Von 1984 bis 1992 war er Anchorman bei RTL.
  • Später moderierte er seine nach ihm benannte Talkshow „Hans Meiser“ und wurde auch Quizmaster.
  • Er wurde u.a. mit dem Bambi und der Goldenen Kamera ausgezeichnet.
  • Meiser ist zweimal geschieden, hat drei erwachsenen Kinder.
  • Mit Ehefrau Angelika lebt er in Scharbeutz.

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In einem gewissen Alter gehen andere in Rente. Sie nicht.

Ich würde gern behaupten, dass es Kunst ist, was ich tue. Es hat was mit Musikern und Malern gemein, obwohl die weitaus mehr können, als ein Laberfritze aus dem Fernsehen. Es bringt mir einfach Spaß. Ich habe Freude am Moderieren. Andere hängen halt lieber im Fenster, drücken sich den Brustkorb flach und zählen die vorbeifahrenden Autos. Schauspieler Johannes Heesters hat sogar im Alter von 104 Jahren noch gearbeitet. Wie genial.

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Rückblickend auf Ihre tolle TV-Karriere, würden Sie einem jungen Menschen heute noch so eine Laufbahn empfehlen?

Nein, man sagt ja oft ,früher war alles besser’. Das stimmt nicht, aber Fernsehen war früher besser, weil es nicht Hunderte von Sendern gab. Deutschland ist der größte Free-TV-Markt der Welt. Das heißt, dass jeder bei jedem abkupfert. Wenn ein Sender ,Deutschland sucht den Superstar’ startet, dann kommt ein anderer Sender und macht ,Deutschland sucht Pipapo’. Wenn einer etwas erfolgreich macht, will der nächste Sender das noch erfolgreicher hinbekommen. Das ist eine Selbstkanibalisierung.

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Und wie steht es um die Qualität der Moderationen?

Früher haben die Leute ihren Job gelernt. Heute moderieren viele, die den Job nicht gelernt haben. Einige stehen mit Händen in den Hosentaschen da. Die Fragen bei Nachrichtensendungen sind unterirdisch. Da wird nach Mariupol geschaltet und dann kommt die Frage: ,Was gibt es Neues?’ Das ist doch keine journalistische Frage.

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Der damalige RTL-Direktor Helmut Thoma hätte mich rausgeschmissen, wenn ich so eine Frage gestellt hätte. Es gibt bei den Öffentlich-rechtlichen und bei den privaten Sendern hervorragende Moderatoren, aber leider auch katastrophal schlechte. Da weiß ich gar nicht, wie die am Portier ihrer Sendeanstalt vorbeigekommen sind.