Hamburg: Heftige Kritik an der Stadt nach Verbot – „Ein Hammer“

Das Schulterblatt in Hamburg. Das „barkombinat" kritisiert, hier hätten die Behörden bei Partys schon zu Beginn der Corona-Pandemie durchgreifen müssen.
Das Schulterblatt in Hamburg. Das „barkombinat" kritisiert, hier hätten die Behörden bei Partys schon zu Beginn der Corona-Pandemie durchgreifen müssen.
Foto: imago images / Hoch Zwei Stock/Angerer

Hamburg. Einen Tag, nachdem der Senat in Hamburg verkündete, dass einige Bezirke an diesem Wochenende Allgemeinverfügungen erlassen werden, mit denen der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol von 20 bis 6 Uhr verboten wird (wir berichteten), gibt es nun deutliche Kritik. Und zwar von denjenigen, die das Verbot mit am meisten betrifft und denen es wegen der Coronakrise oft eh schon ziemlich schlecht geht: den Bars und Kneipen.

An manchen Orten in Hamburg kamen zuletzt zu viele Menschen ohne Abstand zusammen, was laut Senat nicht mit dem Infektionsschutz vereinbar sei. Ein weiträumiges Außer-Haus-Verkaufsverbot von Alkohol wird womöglich aber auch viele Lokalitäten treffen, die sich nicht an den kritischen Party-Hotspots befinden, an denen in den letzten Wochen immer wieder zu viele Menschen ohne Abstand zusammenkamen.

Hamburg: Niemand darf mit Bier nach draußen rennen

Um die 80 Bars, Kneipen, Schankwirtschaften und Clubs haben sich im „barkombinat" zusammengeschlossen. Viele davon liegen in den Teilen der Stadt, die das Verbot jetzt wahrscheinlich treffen wird.

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Sie müssen an diesem Wochenende genau aufpassen, dass niemand nach 20 Uhr drinnen ein Bier kauft und nach draußen rennt. Außer, die Lokalität hat eine Außengastronomie, die ist im Gegensatz zu Kiosken und Supermärkten von dem Verbot ausgenommen.

Hamburg: Einschränkung ist ein „Hammer"

Die neue Einschränkung nennt das „barkombinat“ einen „Hammer". Man halte davon nichts und hoffe nicht, dass das der Einstieg in amerikanische Verhältnisse sei. In den USA ist das Alkohol-Trinken im öffentlichen Raum verboten.

In der Tat sagten der Senat um Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD), Vize-Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne, Altona) kürzlich, dass es bald solche Verbote geben könne, wenn sich nach diesem Wochenende herausstelle, dass es wieder zu Ansammlungen ohne Abstand gekommen sei. Auch Betretungsverbote werden als Mittel angesehen.

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Senat in Hamburg soll Problem selbst geschaffen haben

Das „barkombinat" argumentiert, der Senat habe sich das Problem selbst eingebrockt: „Er hätte sich und allen Hamburger*innen das Verbot ersparen können, wenn er bereits im Mai die Corona-Verordnung rigoros durchgesetzt hätte. Bereits an Christi Himmelfahrt waren die einschlägigen Orte überfüllt – vor acht Wochen!"

Man hätte denjenigen, die sich zum Beispiel am Schulterblatt in der Sternschanze nicht an die Pandemieschutz-Auflagen gehalten haben, konsequent und im großen Stil Bußgelder aufbrummen sollen „anstatt kleinen Gruppen von Jugendlichen in Parks."

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Zudem wird vom Senat gefordert, das Heiligengeistfeld als Freifläche auszuweisen, auf der Corona-Konform mit Abstand gefeiert werden kann. Das gleiche fordert die Hamburger Linkspartei. Man solle gemeinsam überlegen, wie so etwas umgesetzt werden könne.

Stimmung in Hamburg immer schlechter?

„Denn klar ist: Vielen, vor allem Jüngeren, fehlen Partys und Clubs sehr, und es ist absolut nachvollziehbar, dass sich über Monate eine gewisse Unruhe einstellt", die Stimmung in der Stadt werde so laut Clubkombinat nicht besser.

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Die Clubs fordern vom Senat außerdem Mietzuschüsse und weitere Subventionen, weil sie während der Pandemie durch die Auflagen kaum wirtschaftlich arbeiten können und viel Mühen auf sich nehmen würden, um Abstands- und Hygieneregeln in ihren Bars und Kneipen einzuhalten.

Im Kodex vom „barkombinat" verpflichtet sich jedes Mitglied dazu, die Corona-Regeln ernst zu nehmen und die Vorgaben nach bestem Gewissen einzuhalten, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. (rg)