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Hamburg: Vor diesem Restaurant bleibt fast jeder stehen – denn kaum einer glaubt, dass die Speisekarte echt ist

Hamburg

Hast du das über die Hansestadt schon gewusst?

Wer in Hamburg seinem vor Hunger brüllenden Magen nachgeben will, der kann sich gefühlt an jeder Ecke eine beruhigende Portion Fett und Kohlehydrate holen. Bei „Edel-Curry“ mitten in der Hansestadt verlangsamen viele ihre Schritte aber noch aus anderen Gründen.

„Bison“, „Strauß“ und „Zebra“ stehen dort auf eine Tafel geschrieben, dahinter „Bratwurst“ und „Currywurst“. Was ist denn hier los? MOIN.DE hakte (und piekte) in dem Restaurant nach, in dem es außerdem die knusprigsten Pommes von ganz Hamburg geben soll.

Hamburg: Der Klassiker mal anders

Mittlerweile gehört sie, egal ob geschnippelt oder am Stück, zur deutschen Küche wie Sauerkraut und Königsberger Klopse: Die Currywurst. In Hamburg gibt es sie natürlich auch, und bei „Edel-Curry“, scheint man sich den Namen nicht nur aus Marketing-Gründen an die Ladenfront gepappt zu haben.

An diesem Schild in Hamburg bleiben viele hängen – und probieren fleißig. Foto: MOIN.DE / Stephan Wipperfeld

„Wir frittieren nicht“, erzählt Tim, der die Filiale von „Edel-Curry“ an den Großen Bleichen in Hamburg seit drei Jahren managt. „Wir haben eine Grillplatte, mit ein ganz bisschen Öl drauf, da braten wir die Würste leicht an“. Dass hier nur die Pommes in die Fritteuse kommen, schmeckt man auch, so viel sei vorab verraten.

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Hamburg: Da kommt es, das Zebra

Die Pommes werden laut Tim dafür zweimal frittiert, damit sie „besonders knusprig“ werden, nach belgischem Vorbild. Doch die meiste Aufmerksamkeit ziehen ganz klar die exotischen Wurst-Kreationen auf sich, die beinahe unscheinbar mit Kreide vor und im Laden angekündigt werden.


Daten und Fakten über Hamburg:

  • Das Stadtgebiet der Hansestadt ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

MOIN.DE entschied sich für die Zebra-Wurst. Ein wenig unwohl war dem Autor schon, als die Bestellung aufgegeben war. Schließlich waren die ersten Assoziationen mit einem Zebra Zoo, Schleich-Tiere und der Disney-Film „Madagascar“ – Messer und Gabel eher weniger.

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Rinder und Schweine lassen das aber wohl genauso zu, wenn man darüber nachdenkt – also rein damit. Überraschend süß schmeckt die grobe Wurst, die ihr Aroma dank Fett-Sparkurs besonders kräftig auf die Zunge bringt. Fast ein bisschen zu aufdringlich sind die Chili-Stückchen, die beigemischt sind.

„Edel Curry“ in Hamburg: Hier brutzelt Zebra neben Bison neben Strauß. Foto: MOIN.DE / Stephan Wipperfeld

Zebra-Farmen rund um Hamburg?

Doch wo kommt das Fleisch eigentlich her? In der Speisekarte steht etwas von „regional“ und „norddeutscher Schlachtung“ – damit ist aber nur Rindfleisch gemeint. Tim und Servicekraft Birgit witzeln, es gebe einen Vertrag mit Hagenbecks Tierpark. Das ist natürlich Quatsch, ganz genau wüssten sie aber gar nicht, wo Zebras, Bisons und Strauße ihr Fleisch ließen, erzählen sie. Es gebe wohl Zebra-Farmen in Norddeutschland, vermutet Filial-Leiter Tim, die Bestellung mache aber der Chef.

Gunter Gellert, Schlachter und Inhaber von „Exotic-Kitchen“ in Glückstadt, weiß nicht nur Rat, er weiß auch um „Edel-Curry“ in Hamburg. Er vertreibt unter anderem exotisches Fleisch.


Hamburg: Der Profi verrät’s

„Ja, wir haben hier Farmen“, scherzt er, und schiebt nach: „Das Fleisch ist natürlich importiert. Zebra und Strauß aus Südafrika, Bison aus Nordamerika.“ Zerlegt würden geschossene Tiere in EU-Zertifizierten Betrieben, alles unter Kontrollen von Veterinären.

Ob der Trend zu Zebra und Co. zunehme, wollen wir wissen. Gellert glaubt das nicht, wegen „extrem hoher Lieferkosten“ und zunehmendem Fleisch-Verzicht. Dennoch gehe exotisches Fleisch gut. „Edel-Curry“ hat jedenfalls noch einiges vor, die Exoten auf dem aktuellen Speiseplan seien „nur der Anfang“, verrät Tim schmunzelnd.

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Hamburg: Krokodil, Python und mehr

Einmal sei dem Restaurant sogar Bären-Fleisch angeboten worden, wohl von einem Jäger. Der Deal „kam dann aber doch nicht zustande“, erzählt Service-Birgit enttäuscht.

Gunter Gellert könnte so einige Alternativen liefern: Känguru, Krokodil und Kamel sind nur eine Auswahl aus seinem Angebot. Sogar Python habe er im Programm gehabt, doch da komme seit Ausbruch der Corona-Pandemie erstmal nichts mehr, meint er.

Bei all dem Fleisch hat „Edel-Curry“ übrigens auch vegane Würste aus Soja zu bieten, Pommes brutzeln ausschließlich in Pflanzenöl. Und die überzeugen auch ganz ohne exotische Wurst-Spezialitäten.