Hamburg: Wird Döner bald zum Luxus-Snack? Was dieser Gastronom sagt, verheißt nichts Gutes – „8 Euro“

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Mit über 1,8 Mio. Einwohner ist Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Außerdem kommen rund sieben Mio. Touristen pro Jahr in die Hansestadt. Doch was macht die Stadt so beliebt und einzigartig?

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Alles wird teurer – das merken Kunden an der Tankstelle, im Supermarkt und leider auch beim Imbiss um die Ecke. Ob in Hamburg, Berlin oder Dortmund – vor dem Lieblingssnack der Deutschen, dem Döner, machen die steigenden Preise kein Halt.

Seit 20 Jahren betreibt Taner Dulak seinen Imbiss „Dubara“ in der Jarrestraße in Hamburg. Der Standort sei vor einigen Jahren zwar um einige hundert Meter weiter in Richtung Westen gewandert, am Döner habe sich aber grundsätzlich nichts geändert. Außer der Preis. Im Gespräch mit MOIN.DE erzählt der Gastronom von den schwierigen Herausforderungen der Branche und wie teuer die Fleischtasche vom Spieß bald wirklich werden wird.

Hamburg: Imbissbetreiber spricht Klartext

Dass die steigenden Preise beim Großhändler irgendwann auch auf den Kunden treffen würden, sei nur eine Frage der Zeit gewesen, erzählt Dulak. „Alle zwei Wochen erhöhen sich die Preise, da ist es nicht einfach zu kalkulieren.“

Die Preissteigerungen bei Fleisch lägen bei 50 Prozent. Für eine Kiste Salat müsse er anstatt 10 Euro nun das doppelte zahlen. Ganz zu schweigen von den Fixkosten wie Gas und Strom, die ebenfalls in die Höhe schießen würden.

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Beim Einkauf schaue er aktuell schon gar nicht mehr auf die Preise. „Entweder man nimmt die Ware, die angeboten wird, oder man ist aufgeschmissen.“ Einen Verhandlungsspielraum beim Großhändler gebe es schon lange nicht mehr. Lebensmittel würden knapp. Wenn der Laden laufen soll, habe man als Gastronom keine Wahl.

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Das ist der Döner Kebab und seine Geschichte:

  • der Döner Kebab ist eines der bekanntesten Gerichte der türkischen Küche, bedeutet übersetzt: „sich drehendes Grillfleisch“
  • ursprünglich wurde für Döner nur Hammel- oder Lammfleisch verwendet, inzwischen wird auch Rindfleisch und Geflügel verwendet
  • die Zubereitung von Fleisch am Drehspieß hat in Anatolien eine lange Tradition und geht bis ins 18. Jahrhundert zurück
  • In Istanbul wird der moderne Döner seit den 1940er Jahren angeboten
  • In Deutschland wurde in den frühen 1970er Jahren damit begonnen
  • Einer Legende nach soll der erste Döner-Imbiss Anfang der 70er Jahre in Berlin am Kottbusser Damm eröffnet haben

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Hamburg: Döner-Imbiss greift zu vegetarischen Alternativen

Sonnenblumenöl sei aktuell gar nicht zu bekommen, erzählt Dulak. Um die Mengen aufzutreiben, die er in der Küche täglich verbrauche, müsse er „sehr viel rumfahren“ und einen großen Aufwand betreiben. Seine größte Sorge sei allerdings das Fleisch. „Das ist unser Hauptprodukt und unsere Angst liegt weniger auf dem Preis als darauf, dass wir keine Ware in der gewünschten Qualität bekommen.“

Weil er nicht langfristig planen könne, habe er die Produktpalette deshalb mit vegetarischen und veganen Gerichten erweitert. Seitdem gibt es bei „Dubara“ in der Jarrestraße auch Halloumi-Käse und Bowls im Angebot. Bei den Kunden kämen die neuen Speisen sehr gut an, so Dulak. Zu seinem Glück lägen solche gesunden Fast-Food-Alternativen aktuell im Trend. Daran, dass die Preise angehoben werden müssten, ändere das aber nichts.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Drei Monate habe er sich Zeit gelassen, bis er die aktuelle Preisexplosion an seine Kunden weitergegeben habe. „Wir haben unsere Preise um 20 Prozent angehoben und sind damit schon am Limit. In Anbetracht der Ausgaben müssten wir die Preise eigentlich auf 40 oder 50 Prozent erhöhen und selbst da ist noch kein Ende in Sicht.“

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Hamburg: Döner wird bald 8 Euro kosten

In all den Jahren habe er so etwas wie jetzt noch nicht erlebt. „Wir haben noch nie so eine Preissteigerung gehabt wie in den letzten drei Monaten. Die 20 bis 30 Prozent Preiserhöhung seit Anfang des Jahres verteilten sich normalerweise auf über zehn Jahre.“

Doch laut Dulak hinge die Döner-Branche schon seit Jahren mit den Preisen hinterher. „Döner hätte schon vor einem Jahr 7 Euro bis 7,50 Euro kosten müssen und zu dem Zeitpunkt gab es diese extremen Preiserhöhungen noch gar nicht. Der Preis des Döners ist so nicht haltbar, der wird definitiv in Richtung 8 Euro gehen.“

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Wie es für die Gastronomen und die Döner-Branche weitergehe, könne der Imbiss-Betreiber aus Hamburg nicht sagen. Aber er schaue besorgt in die Zukunft.