Hamburg regt sich über diesen Klotz auf – er hat mehrere Millionen gekostet

Hamburg: Das Fahrradparkhaus wird bisher zu wenig genutzt.
Hamburg: Das Fahrradparkhaus wird bisher zu wenig genutzt.
Foto: picture alliance/dpa

Drei Millionen Euro hat das Bauprojekt in Hamburg gekostet. Gelohnt hat es sich bisher nach Ansicht der Stadt jedoch nicht.

Deshalb herrscht in Hamburg eine heftige Debatte um die Investition. Erst die Zeit wird zeigen, ob das Geld gut angelegt oder schlichtweg verschwendet war.

Hamburg: Ein Klotz sorgt für Ärger

Gut drei Monate sind seit Eröffnung des ersten öffentlichen Hamburger Fahrradparkhauses vergangen. Die Nutzung ist nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler aber noch immer viel zu gering. Die Sommerferien seien vorbei, immer weniger Menschen arbeiteten im Homeoffice, sagte Landesvorsitzende Petra Ackmann der Deutschen Presse-Agentur.

Sollte sich bis zum Spätherbst die Nutzung nicht deutlich erhöhen, werde das Parkhaus an der U-Bahn-Haltestelle Kellinghusenstraße mit seinen Kosten ein Fall für das neue Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung.

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Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Anjes Tjarks, wies die Kritik zurück. „Das Parkhaus ist ein Zukunftsprojekt, konzipiert für die kommenden Jahrzehnte und von seiner Kapazität her vor dem Hintergrund steigender Verkehre sowie zunehmendem Radverkehrsanteil bewusst etwas größer angelegt“, sagte der Grünen-Politiker.

Rund 1.000 Fahrräder können in dem Parkhaus im Stadtteil Eppendorf abgestellt werden. Darunter gibt es 145 feste Stellplätze, die online gebucht werden können.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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„Da die Stadt den Hamburg-Takt einführen möchte und in diesem Zusammenhang auch mit mehr Fahrgästen im Schnellbahnsystem rechnet, ist auch das Fahrradparkhaus entsprechend ausgelegt“, berichtete der Senator. „Unser Partner, die P+R-Betriebsgesellschaft, hat uns bereits zurückgemeldet, dass die Nachfrage steigt - zumal auch die ÖPNV-Nutzung wieder ansteigt.“

Das „Bike+Ride-Konzept“ sei in ganz Hamburg nachgefragt und erfolgreich, sagte Tjarks. Er gehe davon aus, dass Radfahrer aufgrund des guten Wetters derzeit eher durchfahren und im Herbst die Vorteile zunehmend erkennen würden.

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„Es ist nicht nur kostenfrei, sondern auch sicher, da videoüberwacht, sowie wettergeschützt und bietet im Umweltverbund den schnellen, bequemen Umstieg vom Rad auf die Bahn.“ Die Kosten für ein Fahrradparkhaus lägen weit unter denen für Autoparkhäuser. Das betreffe sowohl den Bau als auch Langlebigkeit und Wartung.

Hamburg: Pläne für weitere Fahrradparkhäuser gibt es schon

Genaue Zahlen, wie stark das erste öffentlich betriebene Fahrradparkhaus derzeit genutzt wird, liegen nach Angaben der Verkehrsbehörde noch nicht vor. „Die Evaluation läuft aktuell noch“, sagte ein Sprecher.

Das Ergebnis werde gegen Ende des Jahres erwartet. Bis zur vollen Auslastung brauche es etwas Zeit - das kenne man von ähnlichen Projekten. „Insofern befindet sich die Anlage Kellinghusenstraße in einer normalen Entwicklung.“ Die Behörde sieht keinen Grund, von Plänen für weitere Fahrradparkhäuser abzurücken.

Der Bund der Steuerzahler fordert, dass die Stadt zuvor genau prüft, ob Nachfrage besteht und das Konzept stimmig ist. „Wir sind davon überzeugt, dass Fahrradparkhäuser grundsätzlich sinnvoll sind“, sagte Ackmann. „Aber offensichtlich kommt das Hamburger Konzept nicht bei den Radfahrern an.“ Sie kritisierte, dass an der Kellinghusenstraße „handwerkliche Fehler“ gemacht worden seien. Beispielsweise sei die Rampe zum Obergeschoss zu schmal.

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Der Geschäftsführer der P+R-Betriebsgesellschaft, Jan Krampe, erklärte dagegen, die Rampe biete einen bequemen Zugang. Zudem sei das Erdgeschoss barrierefrei über eine flache Rampe erreichbar. Krampe betonte jedoch: „Selbstverständlich beobachten wir das Nutzungsverhalten intensiv und befragen auch Kunden direkt vor Ort.“ So wolle man eine belastbare Grundlage erhalten, an welchen Stellen Verbesserungen erforderlich seien. (dpa/jds)