Otto Waalkes zeigt ungewohnte Seite – kaum zu glauben, dass er DIESE Bilder gemalt hat

Bea Swietczak
Hamburg: Otto Waalkes ist neben seinen Scherzen auch für die Ottifanten bekannt.
Hamburg: Otto Waalkes ist neben seinen Scherzen auch für die Ottifanten bekannt.
Foto: picture alliance / Patrick Seeger/dpa

Denkt man an das Allround-Talent Otto Waalkes (73), hat man gleich den in Hamburg wohnhaften Komiker vor Augen. Den, der in Filmen wie „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ den lustigen Kauz abgibt. Oder den, der in TV-Shows mit hoher Stimme „Jodel-di-ho“ trällert und seine Kalauer raushaut.

Oder man denkt an den Comic-Zeichner Otto Waalkes, der seine berühmten Ottifanten in vielen lustigen Motiven in Alltagssituationen einarbeitet. Die von ihm erfundenen Tierchen sind weit über die Grenzen von Hamburg bekannt. Dabei gibt es auch einen ganz anderen Otto Waalkes, der eher bei Kunstkennern bekannt ist. Nämlich den nachdenklichen und ernsthaften Künstler, der so fantastisch malen kann wie die alten Meister.

Hamburg: Otto Waalkes studierte Kunstpädagogik

Das ist der Tatsache geschuldet, dass der gebürtige Ostfriese nach dem Abitur in Hamburg an der Hochschule für bildende Künste acht Semester studierte. Um sein Studium zu finanzieren, trat er nebenbei als Komiker und Sänger auf. „Da konnte ich einiges, was ich im Studium gelernt habe, gebrauchen, Schriftenmalerei und Grafiken“, erzählt er.

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„Ich habe meine Plattencover mit Zeichnungen versehen, meine Tournee-Poster gestaltet. Auch die Techniken der alten Meister habe ich gelernt, Schichtenmalerei. Und dann baue ich meine Ottifanten ein.“ „Das Ottifantenmädchen“ ist so ein Gemälde. Es zeigt eine mittelalterlich gekleidete Frau, die ein Tablett trägt, auf dem eine Teekanne, vermutlich mit Ostfriesentee, und eine Tasse stehen.

Erst auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter, dass die Kanne die Form eines Elefanten samt Rüssel als Gießer hat. Auf Ottos Homepage ottokunst.de sind einige wenige Werke in diesem Stil als Kunstdrucke zu erwerben. Sie kosten zwischen 1.750 und 2.570 Euro. Das unterscheidet ihn von seinem langjährigen Freund und Musikerkollegen Udo Lindenberg, der ja auch als Maler mit seinen Likörelle-Bildern sehr erfolgreich ist.

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Das ist Otto Waalkes:

  • Otto Gerhard Waalkes wurde am 22. Juli 1948 in Emden geboren.
  • Der gebürtige Ostfriese ist als Komiker, Comiczeichner, Maler, Musiker, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Synchronsprecher tätig.
  • Er fing in Hamburg ein Kunstpädagogik-Studium an, übte den Beruf aber nie aus.
  • Waalkes lebte in einer Künstler-WG u.a. mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.
  • Bekannt wurde er durch erste Auftritte im Onkel Pö.
  • Er war zwei Mal verheiratet. Aus der Ehe mit Manuela, genannt „Manu“, stammt Sohn Benjamin. Die Ehe mit der Schauspielerin Eva Hassmann blieb kinderlos

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Mit Udo tauscht er sich oft über die Kunst aus, verrät er. Otto Waalkes’ Malerei unterliegt differenzierteren Vorgehensweisen. „Es ist ein längerer Prozess“, erklärt er. „Ich mache erst Skizzen, Vorzeichnungen. Dann arbeite ich an einem digitalen Zeichenboard den Gesamtentwurf aus. Den übertrage ich mit einem dünnen Pinsel mit Umbra-Tönen auf die mit Tee getränkte Leinwand.

Anschließend setze ich Halbschatten und fange dann mit den Farben an. Teils deckend, teils lasiert.“ Ob man ihm das mit der Tee getränkten Leinwand glauben kann, oder ob das wieder einer seiner Ostfriesenscherze ist, verrät er nicht. Auch bei ernsten Themen ist bei ihm immer ein sympathisches Augenzwinkern dabei.

Hamburg: Otto Waalkes verliert sich beim Malen

Aber was der Allround-Künstler auch anpackt, er verfolgt seine Ziele ernsthaft und gibt immer einhundert Prozent. Musizieren, schauspielern, Drehbücher schreiben, Regie führen und malen. Was davon ist ihm am wichtigsten? „Eigentlich mache ich alles, um dabei besser zu werden“, erzählt er.

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„Malen ist für mich wie Meditation. Ähnlich wie Gitarre spielen. Sich hinzusetzen und eineinhalb Stunden lang immer dieselbe Melodie zu üben, daran sind schon manche Ehen gescheitert. Meine übrigens auch. Immerhin habe ich irgendwann gemerkt, wann es genug war.“

Was genau bedeutet ihm das Malen? „Malen, das ist die Stille, nicht denken, versenken“, sagt er in sich gekehrt. „Manchmal male ich fünf Stunden am Stück und merke gar nicht, wie die Zeit dabei vergeht.“

Kürzlich war der Ostfriese auf der Kinoleinwand zu sehen. Mit dem Film „Catweazle“ ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Was ihm trotzdem nicht so ganz passt, kannst du >>> hier nachlesen.