Hamburg: Grauenvolle Bilder von verbluteten Tieren – „Gefühl, dass uns die Zeit davonrennt“

Gandolfs Taubenfreunde Hamburg haben in der Spitalerstraße gleich mehrere Blut verschmierte Tauben gefunden.
Gandolfs Taubenfreunde Hamburg haben in der Spitalerstraße gleich mehrere Blut verschmierte Tauben gefunden.
Foto: Markus Scholz/dpa, Gandolfs Taubenfreunde Hamburg (Montage MOIN.DE)

Es sind grauenvolle Bilder aus Hamburg. Fotos von Tauben mit blutverschmierten Bäuchen und Flügeln.

Diese Bilder wurden von „Gandolfs Taubenfreunde Hamburg“ geteilt. Mitglieder der Interessengemeinschaft hatten die Tiere in der Hamburger City gefunden. Und sie haben einen schlimmen Verdacht.

Hamburg: Taubenfreunde gehen von einer Vergiftung aus

„Die Tauben zeigen alle Rattengift-Symptome“, sagt Lea Lochschmidt von „Gandolfs Taubenfreunde“ zu MOIN.DE. „Sie haben extrem weiße Schleimhäute und bluten aus den Poren“.

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Lochschmidt erklärt: „Gegen Rattengift hilft Vitamin K. Das haben wir den Tauben gegeben.“ Doch bei einem Tier sei die Vergiftung so schwer, dass das Gegenmittel nicht angeschlagen habe. Diese Taube, zusammen mit einer anderen, befinde sich weiterhin in einem kritischen Zustand.

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Hamburg: Zwei Tiere tot gefunden

Zwei Tiere haben Aktive von „Gandolfs Taubenfreunde“ tot auf der Straße liegend gefunden. Drei sind nach der Rettung gestorben. Bei den anderen seien die Helfer zuversichtlich, dass sie es schaffen, sagt Lochschmidt. Diese Tauben werden nun aufgepäppelt.

Nachdem immer wieder Meldungen eingegangen waren, hatten Aktive von „Gandolfs Taubenfreunde“ im Bereich Lange Mühren, Gerhart-Hauptmann-Platz, Hühnerposten und Spitalerstraße nach weiteren Tauben gesucht. Rund ein Dutzend Tiere haben sie innerhalb einer Woche gefunden, in der Spitalerstraße gleich mehrere.

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Hamburg: „Sie sterben dann einen leisen, qualvollen Tod“

Am Freitag hatten die Tierschützer bei Facebook geschrieben: „Bei der hohen Anzahl an Giftnotfällen innerhalb von drei Tagen (mittlerweile sind es elf) und der damit einhergehenden Schlussfolgerung, dass sich in der Innenstadt noch weitere Tauben mit denselben Symptomen befinden und dringend Hilfe brauchen, haben wir das Gefühl, dass uns die Zeit davonrennt.“

Die Bestürzung über die Bilder auf Facebook ist groß. „Wer macht sowas? Unfassbar! Ihr seid toll“, heißt es in einem Kommentar. „Wie grausam! Danke für euren Einsatz!“, in einem anderen.

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Über das Wochenende seien keine weiteren vergifteten Tauben gefunden worden, sagt Lochschmidt. „Die Tauben ziehen sich zum Sterben zurück. Sie sterben einen leisen, qualvollen Tod. Für uns macht es das schwierig, sie zu finden.“ Es könne daher gut sein, dass noch weitere Tauben betroffen seien – oder auch andere Tiere. „Wenn Rattengift nicht auf korrekte Weise ausgelegt wird, könnten auch Katzen, Hunde oder andere Tiere davon fressen.“

Auslegen von Rattengift in Hamburg ist geregelt

Wird in Hamburg Rattengift ausgelegt, soll genau das vermieden werden. „Im Freien und in unverschlossenen Räumen sind Giftköder so zu sichern, dass Menschen und Haustiere nicht gefährdet werden können“, heißt es dazu in der Rattenverordnung der Hansestadt.

Und weiter: „Auf die Auslegung des Giftes muss durch an auffälliger Stelle angebrachte, deutlich sichtbare Warnzettel hingewiesen werden.“

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Bei der Wasserschutzpolizei sind aus den betroffenen Bereichen bislang keine Meldungen von anderen vergifteten Tieren bekannt, heißt es auf Anfrage. Die Wasserschutzpolizei ist in Hamburg für Umwelt- und Verbraucherschutzdelikte zuständig.

Sie bestätigt, dass „Gandolfs Taubenfreunde“ Anzeige erstattet haben. Die Symptome würden an Vergiftungen erinnern, sagt der zuständige Sachbearbeiter, Sicherheit darüber werde eine Untersuchung des Hygieneinstituts bringen. Dort werden die Körper der toten Tauben derzeit untersucht. Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen vorliegen.