Hamburg: Profi-Hacker verrät – DAS wünschen sich Kunden besonders häufig

Bea Swietczak
Nach erfolgreichen Arbeiten wird Tom Ruge (Name geändert) oft weiterempfohlen (Symbolbild).
Nach erfolgreichen Arbeiten wird Tom Ruge (Name geändert) oft weiterempfohlen (Symbolbild).
Foto: IMAGO / Scanpix

Manchmal hört man von alleinstehenden Rentnern, die keine Familie und kaum Freunde haben. Doch plötzlich erhalten sie Telefonrechnungen in fünfstelliger Höhe. Auch in Hamburg ist das schon vorgekommen. Dabei haben die Betroffenen nur selten telefoniert. Keiner kann sich das erklären. Weder die Telefongesellschaft noch der Rentner selbst.

Tom Ruge (34) schon. Er ist IT-Experte, war früher in der Hacker-Szene aktiv und arbeitet heute für große Unternehmen und gelegentlich auch für staatliche Organe. Deshalb hält der Mann auch Hamburg seinen richtigen Namen geheim (MOIN.DE ist er bekannt).

Hamburg: Telefon-Hacks kaum noch verbreitet

„Es handelt sich dabei meist um Hacker-Angriffe“, sagt der gebürtige Hamburger, der in einer Mietwohnung in Rahlstedt lebt und dort ein Zimmer voller Computer-Equipment aufgebaut hat. Seine Schaltzentrale. „Hacker konnten früher wahllos eine Telefonnummer heraussuchen und über diese Anschlüsse selbst telefonieren. Durch die Einführung von ISDN-Leitungen ist das kaum noch möglich.“

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Vergehen dieser Art sind Ruge nicht fremd. Als junger Mann wäre er fast selbst im Knast gelandet, nachdem ihn ein Widersacher verpfiffen hatte. Er bekam aber Bewährung. Damals sind die Ermittlungsbehörden auf ihn aufmerksam geworden. Seither arbeitet er manchmal auch für sie, wird zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt. Aber nur dann, wenn die Gesetzeslage weitere notwendige Ermittlungen der Beamten nicht mehr hergibt.

Hamburg: Überwachung aus Eifersucht

Aber richtig Geld verdient Tom Ruge durch seine Auftraggeber aus der Wirtschaft oder durch Privatleute. Bei seinen Tätigkeiten bewegt er sich oft in Grauzonen. Manchmal wollen eifersüchtige Kunden ihre Ehepartner der Untreue überführen. Sie lassen sie komplett überwachen.

„In diesem Bereich ist von der Telefon- und Computerüberwachung bis hin zur kompletten Raumüberwachung und zum Anbringen von GPS-Sendern an Autos alles möglich“, erzählt Tom Ruge, der solche Aufträge aber nicht so reizvoll findet. „Viele Kunden wollen auch, dass ich sie in der Google-Suchmaschine auf den ersten Platz bringe.“ Kein Problem. Das ist für ihn das kleine Einmaleins.

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„Viel spannender ist es, Sicherheitslücken in Computersystemen großer Unternehmen aufzuspüren“, sagt das Genie, das schon als Neunjähriger programmieren konnte. „Einmal habe ich sogar ein erhebliches Datenleck bei einer großen Bank aufgedeckt. Wenn das die Kunden wüssten…“ Zum Glück konnte er das Leck beheben.

Solche Aufträge bekommen Spezialisten wie er meist unter der Hand und umschreiben ihre ausgeführten Tätigkeiten in ihren erstellten Rechnungen. Denn es soll aus den Abrechnungsunterlagen nicht hervorgehen, wie unsicher Daten manchmal bei Firmen sind. Die meisten seiner Großkunden würden ihn am liebsten für ein hohes Gehalt einstellen. Das möchte er aber nicht, lieber frei arbeiten und sich die Jobs selbst aussuchen.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Hamburg: „Ich kann alles beobachten“

Natürlich wird er oft weiterempfohlen. Regelmäßig rufen Headhunter bei ihm an. „Ich kann Sachen für den Kunden regeln, die andere nicht regeln können“, sagt Ruge. „Denn mit meinem Equipment bin ich so ausgerüstet, dass ich alles beobachten und überwachen kann, was der Kunde sich wünscht.“

Was liegt denn technisch derzeit im Trend? „Die Forschung an neuen Möglichkeiten. Ein spannendes Thema ist die Frequenzbestrahlung, die vom Handy aus eingesetzt werden kann“, erzählt er. „Jeder kennt das. Man denkt an eine Person, die meilenweit entfernt ist. Plötzlich ruft diese Person an. Unser Körper funktioniert mit Frequenzen. Durch Frequenzbestrahlung lassen sich bestimmte Areale im Gehirn stimulieren, um gewollte Tendenzen anzustreben. Zum Beispiel bei der Förderung von Konsumverhalten.

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Und was ist, wenn ihn mal jemand ausspioniert? Tom Ruge lacht: „Keine Chance. Wenn mich jemand abhört und beobachtet, dann bekomme ich das sofort mit - hundertprozentig.“