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Hamburg: Mega-Streik in Kitas! Jetzt droht der Kollaps

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Hier hängen bald keine Jacken mehr: In Hamburg streiken Foto: picture alliance / dpa | Georg Wendt und picture alliance / dpa

Es wurden „systemrelevante Berufe“ ausgerufen, es wurde von Balkonen geklatscht – und dennoch ist wenig passiert. Nicht nur ausgebrannte Pfleger legen regelmäßig die Arbeit nieder, in Hamburg gehen nun Kita-Mitarbeiter aufs Ganze.

Als sei die Situation in Hamburg nicht schon dramatisch genug: Eltern pfeifen nach jahrelangem Home-Office und -Schooling aus dem letzten Loch. Jetzt will ausgerechnet der größte Kita-Träger der Hansestadt streiken – und das ist erst der Anfang.

Mega-Streik in Hamburg

Rund 25.000 Beschäftigte in Hamburger Kitas und anderen sozialen Diensten sollen in der kommenden Woche die Arbeit niederlegen. So kündigte es die Gewerkschaft Verdi nun an.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Am Mittwoch, den 4. Mai sollen die pädagogischen Mitarbeiter der Elbkinder-Kitas, der Rudolf Ballin Stiftung, des Arbeiter Samariter Bundes, des Studierendenwerks, des Hamburger Schulvereins und der Asklepios-Kitas die Arbeit verweigern.

Den Warnstreik beginnt aber vorraussichtlich sogar schon zwei Tage vorher. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei Fördern und Wohnen sowie bei den Asklepios Kliniken und am UKE wollen bereits am Montag (2. Mai) in Warnstreik treten.

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Harte Forderungen in Hamburg

Fast eine Woche sollen die Aktionen anhalten. Für Donnerstag, den 5. Mai planen die Beschäftigen der Behindertenhilfe einen Generalstreik.

Durch die Aktionstage erhofft sich Verdi eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und höhere Löhne. Hintergrund sind laufende Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 330.000 Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten im kommunalen Bereich.

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Laut Verdi blieben entsprechende Angebote der Vereinigung der Arbeitgeberverbände (VKA) bis jetzt aus. Der Druck soll also erhöht werden. „Wir brauchen endlich konkrete Ergebnisse am Verhandlungstisch“, klagt die Fachbereichsleiterin von Verdi Hamburg, Hilke Stein an.

Sie ist sich sicher: Wenn sich die Bedingungen für die Beschäftigten nicht bald verbesserten, seien radikale Auswirkungen auf „die ganze Gesellschaft“ die Folge. Unmittelbar spüren dürften die Protestaktionen aber wohl zuerst die Betroffenen.

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Hamburg am Limit

Die Pflegebranche bewegt sich auch in Hamburg bereits seit Jahren auf Messers Schneide, trotz vollmundiger Versprechungen seitens Politik und VKA.

Nun wandeln zusätzlich die Hamburger Kitas am Abgrund – und mit ihnen Kinder, Familien, Kollegen. Ob der Kollaps noch zu verhindern ist, entscheidet sich wohl nicht zuletzt am Verhandlungstisch.

Stattfinden soll die mittlerweile dritte Verhandlungsrunde mit Verdi und der VKA ab dem 16. Mai in Potsdam. Bis dahin wird es wohl noch einiges zu Knabbern geben. (wip/dpa)