Hamburg: Umstrittenes Projekt wird immer teurer – das macht einen ganzen Stadtteil wütend

Verkehrsstau in Hamburg-Ottensen.
Verkehrsstau in Hamburg-Ottensen.
Foto: picture alliance/dpa

Autos in einer Großstadt sind oft ein schwieriges Thema, so auch in Hamburg. Die Stadt versucht für die Menschen immer wieder autofreie -oder arme Zonen zu schaffen. So ist zum Beispiel der Jungfernstieg ein autofreier Ort geworden.

Auch in einem Stadtteil im Süden vom Hamburg soll der Verkehr seit Jahre schon beruhigt werden. Doch das Projekt erhitzt die Gemüter mindestens ebenso lange.

Hamburg: Teuer Verkehrsversuch macht Menschen wütend

Es geht um das Projekt „Autoarmes Ottensen“, das seit drei Jahren viele Diskussion in der Hansestadt auslöst.

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Den ersten Versuch hat damals das Verwaltungsgericht gestoppt, weil er mit 350.000 Euro als zu teuer galt. Den zweiten Anlauf hat das Bezirksamt Altona für vier Jahre geschaffen. Das Projekt verschlingt knapp 200.000 Euro jährlich.

Jetzt geht der Verkehrsversuch in eine neue Runde, in dem die Autos aus dem Kern des Hamburger Stadtteils verbannt werden sollen.

Die Amtsleiterin, Stefanie von Berg (Grünen) startet einen neuen Anlauf mit einer neuen Bürgerbeteiligung fürs autoarme Ottensen.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Hamburg: Streit um Parkplätze

„Wo wir ganz neue Wege gehen ist der Bereich Bürger*innenbeteiligung – mit Spaziergängen, in Werkstätten und mit Formaten, die sich an Kinder und Jugendliche richten“, erzählt die Amtsleiterin gegenüber dem NDR.

Ein Beirat mit ausgelosten Anwohnerinnen und Anwohnern soll in diesem Jahr ein neues Konzept erarbeiten.

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„Ich glaube, dass der allergrößte Zielkonflikt sein wird, wenn man den ruhenden Verkehr weitgehend aus dem Gebiet entfernt. Das wird den größten Streitpunkt geben, da bin ich mir absolut sicher“, sagt Stefanie von Berg im Gespräch mit dem NDR.

Die Bürgerbeteiligung könnte laut der Amtsleiterin auch ergeben, das autofreie Gebiet deutlich zu vergrößern.

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In einem ähnlichen Fall in Volksdorf wurde der Testlauf des Projektes („Autoarmes Volksdorf“) aus verschiedenen Gründen schon mehrfach verschoben. Für acht Wochen soll der Autoverkehr in Teilen der Claus-Ferck-Straße und der Straße Im Alten Dorfe massiv eingeschränkt werden.

Die Fahrbahn soll verengt werden und die rund 70 Parkplätze vor den Geschäften verschwinden. Stattdessen sollen Sitzbänke, Verkaufsstände und gastronomische Angebote entstehen. Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende und Familien sollen mehr Platz bekommen, berichtete der NDR.

In Volksdorf wird nach den acht Wochen Testlauf alles wieder zurückgebaut. Dann werden die Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft des Ortskerns entscheiden. (mae)