Hamburg: Fahrschüler rasselt durch praktische Prüfung, dabei ist er nicht einen einzigen Meter gefahren

Ein Fahrschüler in Hamburg fiel durch seine praktische Prüfung, ohne überhaupt gefahren zu sein. (Symbolbild)
Ein Fahrschüler in Hamburg fiel durch seine praktische Prüfung, ohne überhaupt gefahren zu sein. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Westend61

Eine bestandene Führerscheinprüfung: Für Jugendliche ist das ein Traum und ein großer Schritt auf dem Weg ins Erwachsenenalter. Das erhoffte sich auch ein junger Mann aus Hamburg.

Doch der Fahrschüler rasselte durch die praktische Prüfung, ohne dabei auch nur einen Meter gefahren zu sein. Fahrlehrer Oliver Selck aus Hamburg schilderte im Gespräch mit MOIN.DE die bitteren Szenen im Auto.

Hamburg: Blackout während Fahrprüfung

„So ein Fahrlehrerspruch bei praktischen Prüfungen ist immer: Start. Stopp. Schade. Bedeutet: Wenn die Fahrschüler losfahren und gleich zu Beginn irgendwas schief läuft, ist die Prüfung sofort zu Ende“, erzählt der Fahrlehrer MOIN.DE.

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„Ich habe immer gedacht, so etwas kann man nicht toppen.“

Dass man zu einer Prüfung nervös ist und Angst hat, ist völlig verständlich und normal. Auch totale Blackouts sind möglich. Wie in diesem Fall: „Er war so nervös, dass er es nicht mal geschafft hat, den Wagen zu starten“, erinnert sich Selck.

Hamburg: Zu nervöser Fahrschüler fällt durch

Da gibt es dann natürlich auch Fahrprüfer, die ziemlich ungeduldig sind und einen direkt durchfallen lassen. Doch in dem Fall hat der Prüfer ganz beruhigend und höflich auf ihn eingeredet.

„Das war wirklich ein ganz netter Prüfer. Er sagte ihm: ,Bleiben Sie ruhig, machen Sie das genauso, wie Sie es in der Fahrschule gelernt haben'“, erinnert sich der 52-Jährige Fahrlehrer der „Academy Fahrschule Wetjen“ aus Hamburg zurück.

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Allerdings war es in dem Moment einfach ein Totalausfall. Das Auto war ein Automatik. „Er hat den Fahrerhebel immer auf ,Drive' gestellt. Da springt der Motor natürlich nicht an – der Hebel muss auf ,P' sein. Der war so nervös, dass er es einfach nicht hingekriegt hat. Er hat alle möglichen Knöpfe gedrückt, Licht ein und aus gemacht und was weiß ich was.“

Hamburg: „Das war wirklich bitter“

Leider war die Geduld auch beim Fahrprüfer irgendwann zu Ende, wie Selck sagt: „Nach fünf Minuten hat der Prüfer die Prüfung dann abgebrochen. Normalerweise heißt es: Start. Stopp. Schade. In dem Fall war es aber einfach nur: Stopp. Schade. Das war wirklich bitter. Normalerweise fährt er wirklich gut. Normalerweise...“

Nervosität und Prüfungsangst sind die häufigsten Gründe, weshalb viele Fahrschüler die Prüfungen nicht bestehen. „Ich leide mit den Fahrschülern mit. Anfangs hat es mich sehr belastet, wenn sie nicht bestanden haben. Das nimmt man dann auch irgendwie als Fahrlehrer persönlich“, verrät Selck.

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„Man denkt dann: Irgendwas habe ich falsch gemacht in der Ausbildung. Mittlerweile bin ich aber abgeklärter und denke mir nur, dass es nicht an mir liegt, sondern an dem Fahrschüler selbst.“

Oliver Selck hat MOIN.DE von einer weiteren Erfahrung berichtet, die er so schnell nicht vergessen wird. Wie sich der Fahrlehrer an eine Horrorfahrt zurückerinnert, kannst du >>> hier lesen.