Hamburg: Hund beißt Kind (2) fast tot! Doch für Anwohner ist nicht das Tier schuld

Nach der brutalen Attacke eines Pitbulls ziehen Bewohner vor Ort ein klares Fazit.
Nach der brutalen Attacke eines Pitbulls ziehen Bewohner vor Ort ein klares Fazit.
Foto: MOIN.DE und picture-alliance / dpa

Schreckliche Szenen spielten sich am Montag (6. Juni) in einem Mietshaus im Norden von Hamburg ab. Ein Hund biss sich im Gesicht eines zweijährigen Mädchens fest und verletzte auch dessen Großmutter schwer (wir berichteten).

Die Anwohner in Hamburg-Rahlstedt stehen nach dem Vorfall unter Schock. Gegenüber MOIN.DE berichten sie von dem Geschehen.

Nachbarn aus Hamburg kannten den Hund

„Ich bin schockiert, ganz, ganz schlimm“, erzählt eine Frau, die den Vorfall aus dem Nachbarhaus beobachtet hat. Ihr Sohn sei mit der älteren Schwester der schwerverletzten Zweijährigen spazieren gewesen, als der Mischling „Rocky“ außer Kontrolle geriet, berichtet sie sichtlich aufgewühlt.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Das Bild, das sich den beiden vor dem schmucklosen Bau Am Knill in Rahlstedt bot, beschäftigt sie noch immer. Das kleine Mädchen, mit schweren Verletzungen auf einer niedrigen Trage, der Hund, mit Maulkorb versehen, in Gewahrsam von Beamten in Schutzkleidung. Die Großmutter habe noch gehen können, doch die Bissverletzungen sei von weitem deutlich zu sehen gewesen, Tränen.

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Hamburg: Der Schock sitzt tief

Einen solchen Hund in einer Wohnung zu halten, hält sie für verantwortungslos. Wie die Polizei inzwischen bekannt gab, wurde der Mischlingshund von seinem Besitzer bei seinen Eltern in Obhut gegeben – ohne Maulkorb. Dann geschah das Unglück.

„Die Verantwortung liegt natürlich beim Besitzer, der muss aufpassen. Aber auch bei den Menschen, die so einen Hund betreuen“, sagt sie. Der Vorfall versetzt sie in höchste Sorge. „Hundebesitzer müssen mit klarem Kopf an so eine Sache herangehen, vor allem wenn Kinder dabei sind!“

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Davon, einen „Kampfhund“ überhaupt in einer Mietwohnung zu halten hält sie nichts, das sei einfach zu gefährlich. So sieht es auch ein Mann in einer Nachbarwohnung. „Das würde ich grundsätzlich verbieten“, meint er. Den Hund, der zwei Menschen so schwer verletzte, dass sie nun im Krankenhaus versorgt werden müssen, habe er im Freien zwar nicht für bedrohlich gehalten – doch ganz geheuer waren ihm die Begegnungen nicht.

Hamburg: „Hab ich kein Problem mit“

Ganz anders sieht das eine Frau, die bereits seit 1986 in der kleinen Siedlung Am Knill lebt. Täglich begegnete sie Angreifer Rocky im Treppenhaus. Ganz zutraulich habe sie ihn erlebt, die brutale Biss-Attacke im Obergeschoss hält sie für eine „1000-prozentige Ausnahme“. Auch nach dem Vorfall fühle sie sich angesichts von Listenhunden im Haus „gut.“ „Wenn er ordentlich gehalten ist, hab ich kein Problem damit. Auch ohne Maulkorb.“

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Für die Anwohnerin ist klar: Die Erziehung ist entscheidend, dann passiert auch nichts. Neben der Sorge um die Verletzten ist ihr auch wichtig, dass der Hund nicht eingeschläfert wird, wie sie erzählt. Sogar eine Rückkehr des Hundes zum Besitzer kann sie sich vorstellen. Mittlerweile gehörten Tiere doch überall dazu, seit Beginn der Corona-Pandemie sei ohnehin „fast in jeder Wohnung im Haus ein Hund“.

Wirklich Sorgen machten ihr allerdings Fälle von häuslicher Gewalt. Auch in der direkten Nachbarschaft sei es schon zu Angriffen gekommen, die Polizei habe einen Anwohner in Gewahrsam nehmen müssen. „Werden diese Männer weggesperrt oder erschossen? Wohl kaum“, lautet ihr drastisches Fazit.

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Für sie habe „jeder eine zweite Chance verdient, egal ob Mensch oder Tier. Trotzdem eine totale Scheiß-Situation.“

Diesen Wunsch hat das zuständige Veterinäramt des Bezirksamts Wandsbek nicht erfüllt. Später am Tag hat es entschieden, den Hund einzuschläfern.