Hamburg: Polizisten kontrollieren Auto – was sich darin befindet, bietet einen grauenhaften Anblick

In einem Auto bot sich der Polizei Hamburg ein Bild des Schreckens.
In einem Auto bot sich der Polizei Hamburg ein Bild des Schreckens.
Foto: picture alliance/dpa & Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.

Was ein grausamer Anblick in Hamburg-Hamm! In einem Auto fanden Polizeibeamte mehrere, übereinander gestapelte Kartons vor, aus denen Federn ragten. Der erste Eindruck bestätigte sich: In den Boxen befanden sich lebende Hühner.

Auf engstem Raum zusammengepfercht und in erbärmlichem Zustand – ein grauenhaftes Bild in Hamburg!

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Die beiden hinteren Fensterscheiben des Fahrzeugs waren zwar mutmaßlich für die Sauerstoffzufuhr leicht geöffnet – die Außentemperatur lag aber zwischenzeitlich bei nur 2,5 Grad. Aufgrund der dramatischen Situation vor Ort konnte von einer nicht artgemäßen Haltung der Tiere sowie dem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ausgegangen werden.

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Nach Rücksprache mit der Wasserschutzpolizei und dem zuständigen Veterinäramt Hamburg-Mitte wurde die Feuerwehr hinzugezogen, um den Wagen zu öffnen. Der Fahrzeughalter konnte zunächst nicht ausfindig gemacht werden.

Nach dem anschließenden Öffnen des Fahrzeuges bot sich den Anwesenden ein Bild des Jammers: In dem stark verschmutzten Vehikel befanden sich dreckige, mit Kot verschmierte, verstaubte und gestapelte Kisten mit lebenden Fasanen und Rebhühnern.

Hamburg: 40 Fasane und Rebhühner

Die Böden der Kartons, auf dem die Tiere eingeengt ausharrten, waren bereits durchgeweicht. Die Vögel wurden behördlich sichergestellt und nach der Befreiung in Obhut gebracht.

Insgesamt waren es 40 Fasane und Rebhühner, die sich in acht Kartons befanden. Davon hatten allein zehn Tiere in nur einer Kiste gehaust. Die einzige Fasanen-Henne inmitten von 29 Hähnen wurde von ihren männlichen Artgenossen so stark verletzt, als Folge von unzähligen Deckungsversuchen, dass sie nur noch erlöst werden konnte.

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Das Muskelfleisch war bereits bis auf die Knochen aufgerissen und abgetragen sowie beide Augen verwundet – unvorstellbar, welche Schmerzen dieses Tier erleiden musste.

Hamburg: Tiere waren verletzt und kotverschmiert

Aus Sicherheitsgründen wurden die verbliebenen 39 geretteten Tiere zunächst in die tierheimeigene Vogelquarantäne-Station des HTV gebracht und, als behördliche Auflage in Zeiten der sogenannten Geflügelpest, beprobt. Glücklicherweise ließ sich das Vogelgrippe-Virus H5N8 nicht nachweisen.

Die Vögel wurden zudem vom Praxisteam des HTV tierärztlich untersucht und zeigten unterschiedliche Verletzungen sowie Spuren ihrer Torturen. Das Gefieder der Tiere war stark beschädigt: abgebrochen, ausgefranst sowie kotverschmiert – ebenso die Kloaken.

Die Schnäbel waren teilweise zu lang oder verkrüppelt und der Ernährungszustand der Vögel insgesamt eher mäßig, sodass sie sehr schlank waren.

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Mittlerweile wohnen die Fasane und Rebhühner nach Arten getrennt in Volieren. Sie können nun die Sonne genießen, im Sand baden um ihr Gefieder zu pflegen, scharren sowie picken und somit ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen. Sie haben Platz, sich gut zu bewegen und überhaupt auszustrecken. Ihre Behausungen wurden liebevoll mit vielen Versteckmöglichkeiten eingerichtet.

Der HTV betreibt eine der größten Wildtierstationen Norddeutschlands: 2020 gelangten mehr als 6.200 Wildtiere in die Obhut des Tierheims. Für diese Arbeit erhält der Verein kein Geld aus öffentlicher Hand, sondern kommt für alle Kosten selbst auf.

Daher ist er dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen und freut sich über Online-Spenden oder eine Überweisung direkt auf das nachfolgende Spendenkonto. (oa)