Hamburg Postbank: Kunde hat die Faxen dicke und verpasst Filiale heftigen Denkzettel – der Konzern reagiert prompt

Eine Postbank-Filiale in Hamburg bringt die Menschen auf die Palme (Symbolfoto).
Eine Postbank-Filiale in Hamburg bringt die Menschen auf die Palme (Symbolfoto).
Foto: picture alliance/dpa | Georg Wendt

In einer Postbank-Filiale in Hamburg müssen Kunden immer wieder mit einer wahren Nervenschlacht rechnen. Im beliebten Stadtteil Eimsbüttel im Heußweg nahe der Osterstraße kochen regelmäßig die Emotionen hoch – an einem Ort, an dem viele Menschen leben und auf die Filiale angewiesen sind.

In den vergangen Monaten ist das Leid der Kunden großer geworden, immer wieder gibt es Beschwerden. Das Personal sei unfreundlich, die Öffnungszeiten unregelmäßig, heißt es. Nicht wenige Menschen in Hamburg geraten nur noch in Wut, wenn sie vor den verschlossenen Türen der Postbank-Filiale stehen. Ein Mann hatte nun endgültig die Nase voll und griff zu einer drastischer Maßnahme.

Hamburg Postbank: Dieser Kunde verpasst Filiale einen heftigen Denkzettel

Bereits mehrere Male habe er vor verschlossenen Türen der Post-Filiale in den Karl Schneider Passagen im Heußweg gestanden, erzählt er. Fast jeden Tag ginge er zur Filiale – die ihn und andere Hamburger immer wieder enttäuscht.

Letzte Woche setzte er schließlich einen Post in einer Facebook-Gruppe ab und ließ seinem Frust freien Lauf (MOIN.DE berichtete). Nun wandte er sich direkt an das Unternehmen – mit einer vielsagenden Nachricht.

Auf der offiziellen Facebook-Seite der Postbank teilte der wütende Hamburger einen Beitrag, unter dem Titel: „Ich hätte einen Vorschlag zum Aushängen an der Tür“.

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Das ist die Postbank:

  • Marke und Name einer Zweigniederlassung der Deutschen Bank
  • Hauptsitz: Bonn
  • Gründung: 1990

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Sein Vorschlag: Die Postbank solle folgendes Schild anstelle der aktuellen Öffnungszeiten aufhängen: „Wir öffnen meistens um neun oder um zehn Uhr – manchmal schon um sieben Uhr, aber dann wieder Mal erst um zwölf oder 13 Uhr.

+++ Hamburg: Nicht betreten! In diesen Gewässern solltest du auch bei warmem Wetter nicht baden +++

Wir schließen ungefähr um 17.30 oder um 18 Uhr – Manchmal schon um 16 oder 17 Uhr, aber dann wieder erst um 23 Uhr oder Mitternacht“, heißt es.

Hamburg Postbank: Prompte Reaktion vom Konzern

„Das passt 100 Prozent zu dieser Filiale“, sagt der Kunde gegenüber MOIN.DE. Der Mann ist merklich genervt, die Enttäuschung ist riesig. Kalt ließ der scherzhafte Vorschlag, der den Ernst der Verzweiflung in sich trägt, den Konzern nicht.

Das Social Media Team der Postbank schreibt: „Da waren Sie ja sehr kreativ. Was genau ist denn Ihr Anliegen? Gibt es aktuell Reklamationen zu den offiziellen Öffnungszeiten? Wenn, ja, dann teilen Sie uns bitte das Datum und die Uhrzeit mit, damit wir dem nachgehen können.“

Um nur einen Tag geht es aber keinesfalls, wie der Enttäuschte berichtet., Die Filiale genießt keinen guten Ruf, und der kommt keineswegs aus dem Nichts. Etliche Google-Rezensionen attestieren der unbeliebten Zweigstelle gerade mal 1.8 von fünf Sternen.

Unzählige negativen Bewertungen in Textform sind ebenfalls im Interent zu finden. Vor einem Monat schrieb jemand: „Die Mitarbeiter sind einfach nur unterirdisch und langsam ohne Ende, als könnte man ihnen die Schuhe besohlen beim Arbeiten! Dazu noch unfreundlich und arrogant bis zum geht nicht mehr!“

In einem anderen Kommentar heißt es: „Der Mitarbeiter war so unglaublich herablassend und sogar beleidigend einer Dame gegenüber, die unmittelbar in meiner Warteschlange stand (rassistische Äußerungen). Eine Beschwerde bei der Regionalleitung mit ausführlicher Schilderung meiner Beobachtungen, Mitarbeitername, Datum und Uhrzeit hat auch nicht geholfen und wurde ignoriert. Hier scheint Anarchie zu herrschen! Schämt euch Postbank!“

Postbank gibt Unregelmäßigkeiten in der Filiale in Hamburg zu

Auf Anfrage von MOIN.DE gab der Pressesprecher der Postbank, Oliver Rittmaier, zu: „Tatsächlich war die Filiale in jüngster Zeit von kurzfristigen Schließungen betroffen.“

Als Grund nennt Rittmaier eine gestörte Datenleitung. „Ohne Datenverbindung können unsere Kassensysteme nicht arbeiten und wir müssen die Filiale schließen.

Gleich mehrere Probleme führten in Hamburg zu unregelmäßigen Öffnungszeiten

Zusätzlich habe es im April eine Betriebsversammlung gegeben. Rittmaier erklärt: „Wie andere Unternehmen auch, ist die Postbank gesetzlich verpflichtet, ihren Beschäftigten die Teilnahme an Betriebsversammlungen auch während der Arbeitszeit zu ermöglichen.“

Obendrauf sei dann noch eine Corona-Infektion bei einem Mitarbeiter gekommen, weshalb die Filiale von Freitagnachmittag bis Montagnachmittag hätte schließen müssen.

Hamburg: Postbank entschuldigt sich bei Kunden

Rittmaier räumt ein: „Wir verstehen gut, dass unsere Kundinnen und Kunden über die eingeschränkten Öffnungszeiten und kurzfristigen Schließungen der Filiale verärgert sind und entschuldigen uns in aller Form für die Unannehmlichkeiten, die dadurch entstanden sind.“

Die Filiale sei nun aber wieder regulär geöffnet und man ginge derzeit davon aus, dass das auch weiterhin so bleiben werde.

Postbank weist Verhaltens-Vorwürfe in Hamburg zurück

Zu den Vorwürfen gegenüber der Mitarbeiter macht der Pressesprecher deutlich: „Unfreundlichkeit tolerieren wir nicht. Wenn es Anzeichen für nicht korrektes Verhalten gibt, suchen wir das Gespräch mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dringen auf Verbesserung.“

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Bislang seien allerdings keine Auffälligkeiten aus der Filiale bekannt. (mae)